Viele fleißige Helfer beim Umwelt- und Aktionstag / Patronenhülsen gefunden

Edendorfer putzen ihren Ort heraus

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Die Edendorfer Nachwuchs-Brandschützer, hier mit Jugendfeuerwehrleiter Jan Iwert (links), haben gemeinsam eine Strohpuppe fürs Osterfeuer angefertigt. Sie trägt den Namen Melina.

Edendorf – Die Einzige, die an diesem Tag keinen Spaß hat, ist Melina. Mit unbewegter Miene sitzt sie auf der Holzbank am Dorfplatz in Edendorf. Sie ist in einen Blaumann gekleidet, um die Taille trägt sie einen alten Feuerwehrschlauch, auf dem Kopf einen Pappkarton.

Melina ist eine 1,80 Meter große Strohpuppe, die die Edendorfer Jugendfeuerwehr angefertigt hat und die demnächst beim Osterfeuer verbrannt wird.

Für einen professionellen Baumschnitt sorgt der gelernte Garten- und Landschaftsbauer Jörg Fröchling.

Keine Frage: Die Helfer beim jährlichen Umwelt- und Aktionstag des Vereins „Unser Edendorf“ und des Feuerwehrvereins sind am Samstagvormittag mit Feuereifer dabei. Zum Beispiel Jörg Fröchling. Der gelernte Garten- und Landschaftsbauer beschneidet nicht nur die Linden, sondern auch die Obstbäume des Storchenwegs und der Fruchtallee, die für die neugeborenen Kinder in dem 300-Seelen-Ort gepflanzt wurden. Mit einer ultraleichten Astschere aus Kunststoff klappt das problemlos. „Mit wenig Kraftaufwand kann man ordentlich dicke Äste abschneiden“, erklärt Fröchling und blickt zufrieden auf sein Werk.

Bernadett Kossel-Lietz (links) und Anke Löbel befreien den Sand des Spielplatzes von Wurzeln und Unkraut.

Unterdessen befreien Annette Zaiser, Bernadett Kossel-Lietz, Anke Löbel und weitere Helfer den Sand auf dem Spielplatz von Unkraut und Wurzeln. „Klar hat man Muskelkater am nächsten Tag, aber die Gemeinschaft ist schön“, sagt Kossel-Lietz und lacht. „Und das Wetter spielt mit“, freut sich Löbel, die schon seit 15 Jahren beim Frühjahrsputz mitmacht. Bei Sonnenschein und 17 Grad macht die Arbeit gleich doppelt so viel Spaß.

Das bestätigt Ehrenortsbrandmeister Wilfried Müller, mit 77 Jahren vermutlich der älteste Helfer an diesem Tag. Er reinigt die Dachrinnen des Feuerwehrhauses und befreit die Fenster von Spinnweben. Auch Müller ist jedes Jahr dabei. „So wie sich das gehört“, betont er.

Das Strauchgut wird geschreddert, die Blätter mit einem Laubsauger zusammengetragen.

Gleich nebenan werden Blumenbeete gepflegt, Blätter mit Laubsaugern zusammengetragen und in Schubkarren und Treckern abtransportiert. Ein Schredder ist ebenfalls vor Ort und zerkleinert den Strauchschnitt. Zudem sind fleißige Helfer mit Plastiksäcken unterwegs, um rund um Edendorf Müll zu sammeln. Einen ungewöhnlichen Fund macht dabei Julia Hain: Sie hat etwa 25 leere Patronenhülsen und einen Handschuh mit Tarnfleckenmuster entdeckt. „Den habe ich als Beweismittel mitgenommen“, erzählt die junge Frau, die im Oktober nach Edendorf gezogen ist. Im Ort fühlt sie sich sehr wohl, in die Dorfgemeinschaft ist sie schon gut integriert. „Da geben sich die Edendorfer sehr viel Mühe“, schwärmt sie. „Hier gehen wir auch nicht mehr weg.“

Mittags wartet auf die Helfer dann die verdiente Stärkung: Es gibt frisch gekochten Gemüseeintopf und kühle Getränke. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Franke ist über das Engagement beim Aktionstag begeistert. „So muss es sein“, sagt er. „Nur gemeinsam sind wir stark.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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