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Ukraine-Krieg: Edendorfer Bäcker äußert sich zu steigenden Produktionskosten

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Von: Jannis Wiepcke

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Marten Zaiser von der Bäckerei Oetzmann
Bäckermeister Marten Zaiser von der Bäckerei Oetzmann hat Verständnis für eventuelle Preiserhöhungen in den Betrieben – das liegt nicht nur an den steigenden Produktionskosten infolge des Ukraine-Kriegs. © Beye, Florian

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges bekommen auch deutsche Bäckereien zu spüren. Marten Zaiser von der Edendorfer Bäckerei Oetzmann erklärt, wie der Betrieb konkret von steigenden Produktionskosten betroffen ist.

Edendorf - Angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine warnt der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vor den Folgen der steigenden Produktionskosten. Der Exportstopp Russlands für Getreide sowie wachsende Energiepreise sind allerdings nur einige Faktoren, um die sich die Betriebe derzeit sorgen – das zeigt eine Nachfrage bei der Bäckerei Oetzmann aus Edendorf. Die gute Nachricht: Lieferengpässe drohen vorerst nicht. Doch die steigenden Produktionskosten machen auch der vom Großhandel weitestgehend unabhängigen Bäckerei zu schaffen.

„Das hat alles einen riesigen Rattenschwanz“, erklärt Bäckermeister Marten Zaiser von der Bäckerei Oetzmann. Im Hinblick auf das benötigte Getreidemehl bezeichnet er seinen Betrieb als „autark“, da dieses von Landwirten aus der Region bezogen wird – eine Entscheidung, die sich angesichts aktueller Entwicklungen besonders bezahlt gemacht habe.

Im Gegensatz dazu kommen die Bäckerei derzeit besonders die steigenden Energiepreise teuer zu stehen: Gas- und Elektro-Öfen müssen geheizt, die mobilen Verkaufsstände mit Sprit versorgt werden.

Ob die Betriebe die Preise aus diesen Gründen anpassen, entscheidet jedes Unternehmen individuell – das kommt auf die Kalkulation und Kostenstruktur des jeweiligen Unternehmens an. Unabhängig davon hat Marten Zaiser jedoch eine klare Botschaft an die Kunden: „Jeder Bäcker, der die Preise erhöht, ist auch dazu berechtigt. So sei zu bedenken, dass in der jüngeren Vergangenheit die Preise für viele Rohstoffe wie Butter und Milch unabhängig von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs bis zu 100 Prozent gestiegen sind. „Eine hohe Steigerung“, weiß Zaiser und prognostiziert: „Das wird nicht günstiger werden“.

Dazu passen auch die Aussagen von Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerkes. Er erklärt: „Auch wenn Russlands Exportstopp keine Auswirkungen auf die Produktion haben wird, verändern sich weltweit Lieferketten und -wege. Diesen Wandel am Weltmarkt werden wir auch in Deutschland zu spüren bekommen. Eine Preisanpassung für viele Betriebe künftig unabdingbar sein. Der Zentralverband fordert daher ein schnelles Durchgreifen der Politik, um mittelfristig auch eine Gefährdung von Betrieben und Arbeitsplätzen zu vermeiden.

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