Edendorf wird Kunst-Dorf

Edendorf/Berlin - Von Marc Rath. Der Bienenbütteler Ortsteil Edendorf ist am Mittwochabend in Berlin als eine von landesweit fünf Gemeinden für das Projekt „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ ausgewählt worden. Insgesamt hatten sich 31 niedersächsische Gemeinden – darunter auch die Bevenser Gemeinde Seedorf – bei der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft beworben.

Mit dem Projekt unter der Schirmherrschaft von Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen will die Stiftung „das Dorf zum Atelier machen“ und „einen Gegenakzent zum allgemeinen Trend setzen, der ausschließlich die Kulturszene der Städte im Auge hat“, betont Sprecherin Ingrid Apel. Jedes der fünf Kunstprojekte unterstützt die Stiftung Kulturlandschaft mit 20 000 Euro.

Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, Stephanie Egerland-Rau, bezeichnete die Auswahl „als Vielfalt der dörflichen Welten, die in Niedersachsen zu finden sind“. Damit werde ein repräsentativer Querschnitt der ländlichen Struktur des Landes abgebildet, sagte sie.

Eine siebenköpfige Jury wird am 2. Dezember in Berlin aus 106 Bewerbungen die passenden zehn Künstler bestimmen. Im Januar 2011 haben die Gemeinden Gelegenheit, die zehn ausgewählten Künstler kennenzulernen, sich für einen von ihnen zu entscheiden, notwendige Absprachen zu treffen und die Ankunft des Künstlers im Dorf Anfang 2011 vorzubereiten. Fünf Künstler werden am Ende das Rennen machen und aufs Land gehen. Der Projektstart ist im März 2011.

In Edendorf sind die Vorbereitungen bereits angelaufen. „Dieses Projekt dürfte Strahlkraft weit über unsere Region hinaus entfalten“, hofft Ortsvorsteher Hans-Jürgen Franke.

Während der Projektphase werden die Künstler mindestens ein halbes Jahr in der Gemeinde wohnen, um das ländliche Leben unmittelbar zu erfahren und ihre Kunstwerke vor Ort umzusetzen. Vertreter großer internationaler Kunst sollen so mit kleinen Landgemeinden ins Gespräch kommen und miteinander über das Leben auf dem Lande reden. Die Edendorfer wünschen sich, dass ihr Gast dabei das von ihnen erarbeitete Konzept „Der Weg der Steine – vom Hügelgrab zum Dorfplatz“ aufgreift.

Das Projekt „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ hatte die Stiftung im vergangenen Jahr erstmals in Mecklenburg-Vorpommern gestartet.

Weiterer Bericht in der Freitagsausgabe der AZ

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