Ein Schwenk soll Raser ausbremsen

Dorferneuerung in Bornsen will Tempo in der Ortsdurchfahrt reduzieren

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Die Kreuzung der Kreisstraßen in Richtung Rieste und Velgen in Bornsen soll im Zuge der Dorferneuerung umgestaltet werden. Das Ziel ist, das Tempo in der Ortsdurchfahrt zu reduzieren.

Bornsen – Ein neuralgischer Punkt für den Straßenverkehr in Bornsen soll jetzt im Rahmen der Dorferneuerung entschärft werden.

Bisher kommt es dort im Kreuzungsbereich zweier Kreisstraßen, der Velgener Straße und der Straße Am Kronsberg aus Richtung Rieste, laut Planer Ulrich von der Ohe immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Gründe gibt es mehrere. So sei die Stelle insgesamt eher unübersichtlich gestaltet und das Gefälle der Straße Am Kronsberg erhöhe zusätzlich das Tempo. Häufig komme es vor, dass, ohne die abknickende Vorfahrt zu beachten, Richtung Velgen durchgefahren wird. „Die Straßen sind verkehrs-, aber nicht dorfgerecht“, sagte von der Ohe während der Vorstellung der Pläne im Bauausschuss.

Geplant ist daher, die Fahrbahn der Kreisstraßen im Kreuzungsbereich von jetzt neun auf sechs Meter zu verengen. Außerdem sollen Fahrer aus Richtung Rieste künftig einen Knick fahren, um sich auszubremsen. „Das Ganze wird so gestaltet, dass Busse und landwirtschaftliche Maschinen dort weiterhin fahren können“, sagt von der Ohe.

Daher wird der Knick mit Pflastersteinen gestaltet. Um die Vorfahrtregelung noch einmal zu verdeutlichen, sind zudem Rundborde als optische Verdeutlichung angedacht. In Absprache mit dem Landkreis als Straßenträger wird die Velgener Straße im Kreuzungsbereich mit dorftypischem Material – Pflastersteinen – wie vom Förderträger gefordert, gepflastert.

Die Straße Am Kronsberg wird hingegen nicht gepflastert, da der Landkreis laut von der Ohe dort Sicherheitsbedenken aufgrund des Gefälles und der anderen Bremseigenschaften auf Pflaster sieht. Die Verkehrsinsel wird zudem so umgestaltet, dass der Straßenverkehr nur noch auf einer Seite an ihr vorbeigeführt wird. Damit Bus und Traktoren wenden können, wird auf der anderen Seite ein gepflasterter Bereich angelegt.

Auch Tempo-Messtafeln werden an den Ortseingängen aufgestellt. „Die halten zwar niemanden auf, der bewusst rast, aber der restliche Verkehr wird deutlich langsamer“, prophezeit von der Ohe. Außerdem werde über sogenannte Baumtore zur optischen Einengung der Ortseingänge nachgedacht.

Die Bushaltestelle soll künftig barrierefrei direkt Am Kronsberg liegen. Das Bushäuschen wird dörflich mit Fachwerk und Dachpfannen gestaltet. Außerdem soll ein bestehender Fußweg erneuert und ein weiterer Fußweg zur Bushaltestelle entlang der Straße Am Kronsberg gebaut werden, um die Sicherheit für die Schulkinder auf dem Weg zum Bus zu erhöhen.

Von der Ohe rechnet mit Kosten von rund 280 000 Euro. 53 Prozent, also 148 000 Euro, stammen aus der Förderung der Dorferneuerung. Den Rest übernimmt die Gemeinde. Anliegerbeiträge werden laut Bauamtsleiterin Inga Heitmann für die Maßnahmen nicht fällig. Geplant sind die Ausschreibung nach Genehmigung des Haushalts 2020 und die Umsetzung des Projekts bis zum Mai 2021.

Der Bauausschuss hat die Pläne zur Dorferneuerung einstimmig empfohlen.

VON LARS LOHMANN

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