Fit bleiben trotz Lockdown

Dirk Gregor bietet Online-Fitness für Jedermann

Dirk Gregor aus Neu-Steddorf bietet Online-Fitnesskurse an. Er zeigt, wie man sich ohne viel Platz und Equipment fit halten kann.
+
Dirk Gregor zeigt, wie man sich ohne viel Platz und Equipment fit halten kann.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
    schließen

Neu-Steddorf – Negative Nachrichten gibt es genug, findet Dirk Gregor. „Ich wollte etwas Positives machen“, sagt der Neu-Steddorfer. „Das lockert das Ganze auf.“ Daher bietet Gregor seit wenigen Wochen Online-Fitnesskurse an – für jeden kostenlos zum Nach- und Mitmachen im heimischen Wohnzimmer.

„Sport und Fitness haben mich schon immer begeistert“, erzählt Gregor. Corona kam dem Sport-Fan jedoch in die Quere. „Dadurch dass wir das ganze Jahr schon isoliert sind, habe ich gedacht: Ich muss mal wieder was machen und unter Leute kommen“, berichtet der 44-Jährige. Mit seinen Online-Kursen schlug Gregor dann zwei Fliegen mit einer Klappe: Leute konnten sich treffen und gemeinsam trainieren – wenn auch nur virtuell.

Gregor selbst macht die Übungen im Wohnzimmer oder Garten vor, die Teilnehmer folgen ihm per Kamera. Sogar aus London oder Chicago schalten sich Freunde Gregors zu. „Das ist der Vorteil von diesen Online-Sachen: Dass man von überall mitmachen kann“, sagt Gregor. „Es ist aber immer noch gewöhnungsbedürftig, auf den Rechner zu gucken und zu wissen: Die sind von überall auf der Welt zugeschaltet.“

Viel Equipment oder Platz benötigen Gregor und seine Kursteilnehmer nicht. „Ich brauche zwei Quadratmeter, und das war’s“, sagt der Neu-Steddorfer. Statt großer Trainingsgeräte können Alltagsgegenstände wie Tür und Handtuch herhalten – auf diese Weise kann ohne viel Aufwand die Ruderübung für die Rückenmuskeln durchgeführt werden.

Kurze, intensive Trainingseinheiten

„Meine Philosophie ist: Ich brauche kein Studio“, erklärt Gregor. Kurze, intensive Trainingseinheiten stehen stattdessen auf dem Programm: „Das passt in jeden Kalender.“ Diese Übungen seien besonders jetzt in Zeiten von Homeoffice und vielem Sitzen wichtig. „Das ersetzt das reale Treffen natürlich nicht“, sagt Gregor. Am Bildschirm sei es schwierig, korrigierend einzugreifen, aber: „Wenn man keine extremen gesundheitlichen Probleme hat, dann kann man auch nicht viel falsch machen.“ Schon mit drei Übungen – Liegestützen, Kniebeugen und Rudern oder Klimmzügen – könne man den ganzen Körper trainieren.

Studiert hat Dirk Gregor Maschinenbauinformatik, als Ausgleich absolvierte er eine Ausbildung zum Übungsleiter sowie ein Studium zum Fitnessökonom. Seinen bisherigen Job als Softwareingenieur hat Gregor durch die Corona-Krise verloren. Das begreift der 44-Jährige aber als Chance für einen Neuanfang: „Seit einem halben Jahr beschäftige ich mich mit dem Thema Selbstständigkeit.“ Als Coach möchte er sich damit den Themen Gesundheit, Fitness, Ernährung und Motivation widmen. Selbstständigkeit in Corona-Zeiten: Das sei riskant, weiß Gregor. „So ein bisschen Risiko und Ungewissheit ist aber auch spannend.“ Und Gregor ist von seinem Konzept überzeugt: „Das individuelle Training wird immer mehr kommen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare