„Der Bürger wird das einfordern“

Digitalisierung der Verwaltung soll in der Gemeinde Bienenbüttel voranschreiten

+
In ein paar Jahren vielleicht keine Zukunftsmusik mehr in Bienenbüttel: Per Smartphone seinen Wohnsitz anmelden und sich den Gang ins Rathaus sparen.

Bienenbüttel. Digitalisierung und die Suche nach Qualifiziertem Personal sind zwei Herausforderungen, der sich auch die Verwaltung der Einheitsgemeinde Bienenbüttel stellen muss. Das machte jetzt Bürgermeister Merlin Franke auf der Sitzung des Gemeinderats deutlich.

Merlin Franke

So geht laut dem Verwaltungschef in nicht allzu ferner Zeit ein Teil des bewährten Fachpersonals in den Ruhestand. Um hierfür adäquaten Ersatz zu finden, werde die Gemeinde auch unorthodoxe Wege einschlagen müssen, um gutes Personal in Konkurrenz zu den größeren Kommunen gewinnen zu können. „Warum sollte eine Einheitsgemeinde nicht einigen Mitarbeitern ein Smartphone für den Privatgebrauch überlassen oder es gestatten, dass diese ihr dienstliches Tablet mit in den Urlaub nehmen, um auf Netflix oder Amazon Prime ihre Lieblingsserie weiter zu schauen?“

Eine weitere Herausforderung ist laut Franke in Anbetracht der Personaldecke das Management der Projekte der Gemeinde. „Ich gebe unumwunden zu, dass wir uns deswegen in einigen Bereichen im Defizit befinden.“ Daher sind im Stellenplan 2019 weitere Stellen in der Verwaltung vorgesehen.

Aber auch die Digitalisierung der Verwaltung und die Möglichkeiten des Glasfasernetzes sollen in den nächsten Jahren angegangen werden. So sei es auf jeden Fall keine Digitalisierung, wenn der Bürger ein Anliegen per Mail schickt und die Verwaltung sie ausdruckt und im Vorgang abheftet. Vielmehr müsse es ein Ziel sein, dass nicht jeder für eine Anmeldung oder Meldebescheinigung ins Rathaus kommen muss, sondern das auch digital erledigen kann. „Ich für meinen Teil bin davon überzeugt: In nur wenigen Jahren wird der Bürger das schlichtweg von uns einfordern“, sagt Franke. Erste Schritte und Bausteine in die Richtung habe man schon gemacht. Aber: „Gerade Verwaltung – und das sage ich durchaus selbstkritisch – muss hier noch agiler und flexibler werden“, räumt Franke ein.

Da alle Schritte in Sachen Digitalisierung während des laufenden Betriebs erfolgen müssen, wird laut dem Verwaltungschef in den kommenden Jahren auch mehr Zeit für die Umsetzung benötigt. „Für diese Zeit wäre es dann auch ratsam, etwas weniger Projekte vor dem Bug zu haben“, sagt Franke.

Das heiße nicht, dass Investitionen gebremst werden sollen, aber man müsse sich schon jetzt der Entwicklungen annehmen und diese auch aktiv mitgestalten. „Agieren ist immer besser als reagieren“, meint Franke.

Von Lars Lohmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare