Schülersprecher Lars Chwilka über Vor- und Nachteile eines Umzugs der Bücherei Bienenbüttel

„Die Senioren können zu uns kommen“

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Lars Chwilka sieht zwar Vorteile in der Bücherei in der Grundschule, die würden die Nachteile aber nicht wettmachen.

Bienenbüttel. Lars Chwilka (10) ist Schülersprecher der Grundschule Bienenbüttel. Kai Hasse hat mit ihm über den möglichen Umzug der Bücherei in die Grundschule gesprochen.

Lars, erklär mal, was Du für Probleme siehst bei dem Umzug der Bücherei in die Schule.

Viele wollen es nicht. Schüler nicht, Eltern nicht. Lehrer auch nicht, aber die dürfen nicht dagegen sein, weil sie zur Schule gehören. Ich finde, der Bürgermeister nimmt uns nicht richtig wahr.

Die Schüler sind dagegen?

Ja, wir wollten auch mit Plakaten protestieren. Es gibt aber auch Schüler, die den Umzug toll finden. Aber die Mehrheit ist dagegen. Auch die aus den ersten und zweiten Klassen.

Und die Schüler, die dafür sind, was sagen die?

Die sagen, das Atrium wird verbessert. Und man hat nicht mehr so einen langen Weg zur Bücherei. Und die Pausenhalle wird natürlich vergrößert, um 30 Quadratmeter.

Was ist denn aus Deiner Sicht das größte Problem?

Dass wir weniger Platz haben. Uns fehlen jetzt schon Betreuungsräume für die Förderkinder. Wenn die Bücherei kommt, kann man die Kinder nicht mehr so gut fördern.

Ein Politiker, Mathias Jeßen, hat gesagt, man soll auch schauen, was man Gutes aus dem Umzug machen kann, und nicht nur das Schlechte sehen. Was könnte es aus Deiner Sicht Gutes geben?

Mir fällt nichts ein. Es wird nicht besser, nur schlechter.

Ihr könntet in der Bücherei besser lernen, mit Medien, wie dem Internet, umzugehen.

Nein. Für ein Referat kann man vielleicht schnell dahin gehen und sich ein Buch nehmen. Es wird ein bisschen beim Lernen helfen. Aber das Große wird das nicht verändern.

Ein anderes Thema ist, dass es mit dem Bau schnell gehen muss, damit Bienenbüttel Geld vom Land bekommt. Das muss jetzt also schnell gehen. Was denkst Du dazu?

Ich wurde in der Gesamtkonferenz der Schule informiert. Und ich war geschockt, dass das so passieren soll. Wir hatten nun zu wenig Zeit, dass wir uns wehren konnten.

Der Bürgermeister sagt, man hätte ihm seinen Protest schreiben können. Das haben aber nur die Eltern gemacht. Die Schüler hätten das auch machen können.

Die Kinder konnten zuerst nichts machen, weil sie es noch gar nicht wussten. Und dann brauchten sie Zeit, um das alles zu verstehen. Wir wussten nicht, dass wir das aufschreiben müssen.

Wenn der Umzug nicht klappt, müssen die Leute, die im Mühlenbachzentrum sind, wieder ein neues Zuhause suchen. Die älteren Leute stehen sonst auf der Straße. Was sollen sie machen?

Die Senioren können hierher kommen, wenn die Schule vorbei ist. In der Halle stehen schon ein paar Schränke, wo sie ihre Sachen reintun können.

Die brauchen viel Platz, da gibt es Sachen zum Handwerken, Computer, oder...

Computer gibt es auch bei uns im Computerraum. Und wir können noch ein paar mehr Schränke zur Verfügung stellen.

Hast Du manchmal Mitleid mit dem Bürgermeister, der jetzt so viel Kritik bekommt?

Eigentlich nicht. Ich bin sogar ein bisschen sauer mit ihm. Er war hier und hat alles erklärt. Ich habe dann gesagt: Wieso sind Sie bei uns, es ist doch sowieso alles entschieden. Nachdem er hier war, war vielleicht ein Viertel der Schüler für den Umzug. Der Bürgermeister kann sehr gut reden.

Das stimmt. Du aber auch, ich bin überrascht. Willst Du auch mal Bürgermeister sein?

Nein, ich will Flugzeugingenieur werden und Flugzeuge entwerfen und vielleicht auch bauen. Auf Politiker sein habe ich keine Lust, weil man dann die ganze Zeit auf Konferenzen muss oder im Büro sitzt.

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