„Die Kinder freuen sich einfach, hier zu sein“ / Nicht alle Plätze vergeben

Bienenbüttel: Notbetreuung in Kitas läuft ohne Probleme

Kreatives Arbeiten in Kleingruppen: In der DRK-Kindertagesstätte in Bienenbüttel werden aktuell 61 Kinder betreut. „Bei uns läuft das völlig problemlos“, berichtet Daniela Brümmer, die stellvertretende Leiterin der Kita.
+
Kreatives Arbeiten in Kleingruppen: In der DRK-Kindertagesstätte in Bienenbüttel werden aktuell 61 Kinder betreut. „Bei uns läuft das völlig problemlos“, berichtet Daniela Brümmer, die stellvertretende Leiterin der Kita.
  • Florian Beye
    vonFlorian Beye
    schließen

Drei kleine Mädchen sitzen gestern in der DRK-Kindertagesstätte in Bienenbüttel an einem Tisch und drücken ihre Finger immer wieder in eine Schale mit Farbe und dann auf ein blaues Blatt Papier.

Bienenbüttel – In der evangelischen Kita St. Michaelis, ein paar hundert Meter weiter, bastelt eine Gruppe Kinder bunte Papierflieger und lässt diese durch den Raum fliegen.

Die Kindertagesstätten in Niedersachsen befinden sich seit dem 11. Januar und mindestens bis Ende des Monats im sogenannten Szenario C. Sie sind damit geschlossen, nur eine Notbetreuung von bis zu 50 Prozent der Gruppenstärke ist zulässig. Das dient der Eindämmung der Corona-Pandemie. Die beiden größten Bienenbütteler Kitas gehen mit der Situation entspannt um, wie die Verantwortlichen im Gespräch mit der AZ schildern.

Plätze in der DRK-Kita schnell vergeben

„Wir haben die 50 Prozent ausgeschöpft“, erzählt Daniela Brümmer, stellvertretende Leiterin der DRK-Kita. 46 Jungen und Mädchen werden aktuell im Kindergarten, 15 weitere in der Krippe betreut. Um allen Elternansprüchen – das erste Kriterium für einen solchen ist die Beschäftigung von Vater oder Mutter in einem Beruf von öffentlichem Interesse – gerecht zu werden, habe man einige Kinder auch in anderen Gruppen unterbringen müssen. „Die Plätze waren schnell vergeben“, berichtet Brümmer.

Etwas anders stellt sich die Situation in der Kindertagesstätte St. Michaelis dar: „Wir haben die 50 Prozent noch nicht erreicht“, sagt Leiter Heiko Metzler. Von 61 möglichen Notbetreuungsplätzen sind bislang 44 vergeben, davon neun Krippenkinder. Und das, obwohl auch schon den Anträgen von Eltern, deren Kinder in diesem Jahr in die Grundschule wechseln oder deren Sprösslinge einen besonderen Sprachförderbedarf haben, zugestimmt wurde. „Wir mussten nur eine Ablehnung aussprechen“, erklärt Metzler.

Er wundert sich darüber, wie viele Eltern die Betreuung der Kleinen zu Hause stemmen. „Der Beruf der Eltern wird zwar nicht mehr explizit abgefragt, aber bei einigen weiß man ja, wo sie arbeiten und dass sie Anspruch auf Notbetreuung hätten“, sagt Heiko Metzler. Dass so viele im Homeoffice arbeiten könnten, habe er sich zuvor nicht vorstellen können.

Für die Kinder an sich sei die Situation ähnlich wie während des ersten corona-bedingten Lockdowns. „Bei uns läuft das völlig problemlos“, berichtet Daniela Brümmer. Die Essbereiche sind unterteilt, auch der Außenspielbereich besteht nun aus separaten Abschnitten – vier für die Kindergartengruppen und zwei für die Krippenkinder. „Sonst ist das alles offen, da mischen sich die Kleinen und Großen. Das fehlt jetzt schon“, sagt Brümmer, die lobende Worte für die Kinder findet. Für diese seien die Regeln nicht neu. „Alle kennen sie, halten sich daran und achten auch gegenseitig auf die Einhaltung.“

Kinder kommen mit Regeln klar

Ähnliches erzählt auch Heiko Metzler: „Die Kinder kamen hier an und meinten, dass das ja alles wie früher sei.“ Das Wort „früher“ meint in diesem Fall die Zeit des ersten Lockdowns. Feste Gruppenräume, kein gruppenübergreifendes Spielen oder Essen, auch auf dem Außengelände sind feste Spielbereiche zugewiesen.

Das führe für einige Kinder tatsächlich zu ganz neuen Situationen: „Jetzt müssen sie erst einmal schauen, welche Spielpartner sie denn tatsächlich in ihrem Raum haben. Teilweise müssen sie neu lernen, miteinander zu spielen“, erläutert Metzler. Man merke den Kindern an, dass die sozialen Kontakte zuletzt gefehlt hatten. „Einige sind Montag nach vier Wochen zum ersten Mal wieder da gewesen. Die Kinder freuen sich einfach, hier zu sein“, erzählt er. Dass viele Kinder zu Hause bleiben müssen, findet der Kita-Leiter „sehr bitter. Gerade für Einzelkinder ist die Situation schlimm.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare