Die 85-Jährige Varendorferin Runhilt Hallensleben ist Yoga-Lehrerin im Landkreis Uelzen

„Meditation ist Lebenskunst“

Hochkonzentriert ist die Gruppe während der Yoga-Übungen auf dem Oetzener Sportplatz. Die 85-jährige Runhilt Hallensleben (weiße Kleidung) aus Varendorf ist Leiterin der Gruppe.
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Hochkonzentriert ist die Gruppe während der Yoga-Übungen auf dem Oetzener Sportplatz. Die 85-jährige Runhilt Hallensleben (weiße Kleidung) aus Varendorf ist Leiterin der Gruppe.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Ohne Probleme erreicht Runhilt Hallensleben mit den Händen ihre Fußspitzen. Die 85-jährige Varendorferin ist wohl die älteste Yoga-Lehrerin im Landkreis. 

Varendorf/Oetzen – Zwei Gruppen betreut sie, einen in ihrem Heimatort und eine in Oetzen. Dort unterrichtet sie auch die 90-jährige Franziska Blume. Ich habe irgendwann zur Hälfte meines Lebens gemerkt, dass ich noch was anderes machen muss. Der Körper soll ja fit bleiben“, sagt Runhilt Hallensleben. Also fängt sie kurz vor ihrem 60. Geburtstag mit dem Yoga an. Zunächst nur als Schülerin, kurze Zeit später reift der Entschluss, sich zur Lehrerin ausbilden zu lassen.

„Die ersten Yoga-Schüler habe ich dann im Schlafzimmer meiner Schwiegereltern unterrichtet“, erinnert sich die 85-Jährige. 2001 übernimmt sie die Yoga-Gruppe aus Oetzen und Stöcken. „Das wir immer noch als Gruppe zusammen sind, ist toll“, meint Runhilt Hallensleben, die täglich Yoga-Übungen macht und joggt. So halte sie sich nicht nur körperlich fit, sondern auch geistig.

Zurzeit finden die Übungsstunden auch aufgrund von Corona auf dem Sportplatz in Oetzen statt. Zu Beginn der Pandemie mussten sie ganz ausfallen. Da habe dann schon etwas gefehlt, sagt Runhilt Hallensleben. Aber auch durch diese Zeit hätten ihr die Übungen geholfen. „Wenn die Hüfte zwickt oder ich mal unzufrieden bin, dann mache ich meine Übungen und es geht mir gleich wieder besser“, sagt die Varendorferin. Durch Yoga werde man einfach viel ausgeglichener. Außerdem könne sie so mit Gefühlen wie Trauer oder Wut besser umgehen. „Meditation ist Lebenskunst und man trainiert sein Bewusstsein“, sagt Runhilt Hallensleben.

Die Übungen in Oetzen sind daher durchaus herausfordend. „Die Frauen sollen es gut bei mir haben, aber auch an ihre Grenzen gehen“, sagt die Yoga-Lehrerin. Dabei gehe es um den sogenannten süßen Schmerz.

Für die 90-jährige Franziska Blume gehören die Yoga-Übungen zu ihrem wöchentlichen Fitness-Programm. „Wenn man nichts macht, wird man steif. So bleibe ich gelenkig“, sagt die Oetzenerin, die außerdem einmal die Woche Gymnastik macht. Seit 1997 macht sie Yoga und das habe sich gelohnt, ist sie überzeugt.

„In der Gruppe ist keiner da, der in den Hintern getreten werden muss“, meint Runhilt Hallensleben. Die Damen seien alle mit Begeisterung bei der Sache.

In Oetzen hatte sie auf Anfrage eine Männer-Yoga-Gruppe ins Leben gerufen. Doch nach ein paar Übungsstunden war wieder Schluss, weil niemand mehr kam. „Ich glaube, den Männern war es etwas peinlich, dass eine ältere Frau Übungen konnte, die sie nicht konnten“, meint sie. Dabei gehe es beim Yoga darum, seine Grenzen zu erweitern. „Alt wird man automatisch. Damit es einen dabei gut geht, muss man etwas tun.“

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