Konzern will Praktikumsplätze für 1000 Flüchtlinge schaffen / Praktikanten sollen Fuß in Berufswelt bekommen

Deutsch lernen mit der Deutschen Post

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Packen zukünftig auch im Zustellstützpunkt Bevensen Flüchtlinge in einem sechswöchigen Praktikum Pakete?

stk Bienenbüttel/Hamburg. Paket vom Band nehmen und nach Vorschrift mit dem Adressaufkleber nach oben auf die Laderampe des Lkw legen – diese Tätigkeit könnten demnächst auch Flüchtlinge erledigen.

1000 Praktikumsplätze will die Post für sie schaffen, die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen, berichtet Arnold Witthöft aus Bienenbüttel, Personalverantwortlicher in Harburg für die Postleitzahlbezirke 21 und 29.

„Auch mit wenigen Deutschkenntnissen ist es möglich, Briefe und Pakete hinzulegen“, erklärt Witthöft auf AZ-Nachfrage. „Wichtig ist es für die Flüchtlinge, mit den Kollegen zu reden.“ Das sei der erste Schritt zur Integration, ist der Personalverantwortliche überzeugt. „Für uns ist es von Interesse, den Leuten eine Gelegenheit zu geben, ins Berufsleben hinein zuschnuppern, sie zum deutsch sprechen zu verleiten und ihnen zu ermöglichen, einen Fuß in den Beruf hineinzukriegen.“

Arnold Witthöft

Möglich macht es eine Vereinbarung des Konzerns mit der Bundesanstalt für Arbeit. Allerdings ziehe sich die Umsetzung hin, da diese Vereinbarung in den regionalen Jobcentern häufig unbekannt sei. Die Frage, wie die Flüchtlinge überhaupt von dem Angebot der Post erfahren, hat Witthöft dagegen bereits geklärt: Er will mit der Diakonie Lüneburg-Uelzen zusammenarbeiten.

Genug zu tun ist allemal. 32 000 Pakete verlassen jeden Tag allein das Paketverteilzentrum Hamburg. Der Ablauf lässt sich bis heute nicht komplett automatisieren. Auch als Zusteller könnten Flüchtlinge während des sechswöchigen Praktikums trainiert werden. Mit Problemen rechnet Witthöft nicht. Schon jetzt beschäftigt die Post 20 bis 30 Nationalitäten. Auch größere Einrichtungen der Post im Kreis Uelzen wie die Zustellstützpunkte Uelzen oder Bad Bevensen kommen für Witthöft in Frage, weil dort die Betreuung durch Kollegen gewährleistet wäre.

Sorgen insbesondere unter den befristeten Arbeitnehmern seien unbegründet, betont der Personalverantwortliche. Sie würden auch weiterhin gebraucht: „Es gibt keinen Verdrängungswettbewerb. Wer drin ist und seine Arbeit ordentlich macht, kann weiter arbeiten.“ Allerdings gebe es gerade in Hamburg eine große Fluktuation. Die Post aber nutzt ihre Chance, in Zeiten des demografischen Wandels Nachwuchs zu gewinnen.

Von Gerhard Sternitzke

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