Bienenbütteler Bauausschuss muss entscheiden

Radweg für Varendorf oder Edendorf?

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Die Varendorfer warten auf einen Radweg nach Rieste und Steddorf. Die 3,2 Kilometer lange Strecke steht auf Platz eins der Prioritätenliste in der Gemeinde Bienenbüttel. Nun soll aber der schon geplante Weg Hönkenmühle-Edendorf vorgezogen werden.

Edendorf/Varendorf. Auf freier Strecke drehen die Autofahrer auf. Radfahrer fühlen sich eher unwohl an der Kreisstraße 20 zwischen Varendorf, Rieste und Steddorf.

Deswegen steht die 3,2 Kilometer lange Strecke ganz oben auf der Prioritätenliste für den Radwegebau in der Gemeinde Bienenbüttel. Realisiert werden könnte trotzdem zunächst eine andere Route, die bislang auf Position drei stand: die Fortsetzung des Radwegs an der Kreisstraße 1 von Hönkenmühle nach Edendorf. Die Idee dürfte im Bauausschuss, der am Montag, 1. September, 18.30 Uhr im Bienenbütteler Rathaus tagt, für Diskussionen sorgen.

Als Grund nennt die Verwaltungsvorlage ein Sonderprogramm des Landes, durch das die Kommunen bis zu 70 Prozent Förderung in Anspruch nehmen können. „Radwege, die mit diesem Programm gefördert werden sollen, müssen bis zum 1. Oktober 2014 baureif gemeldet sein“, heißt es in dem Papier. Diese Voraussetzung erfülle nur die Strecke Hönkenmühle-Edendorf. Gleichzeitig schlägt die Verwaltung vor, Planungskosten für den Radweg Varendorf-Steddorf einzustellen. Ärger ist programmiert.

„Wir sollten diese Gelegenheit nutzen, einen zusätzlichen Radweg zu bekommen“, findet Bauausschussvorsitzender Christopher Tieding (CDU). Über die 1,5 Kilometer lange Strecke könnten Radfahrer vom Elbe-Seitenkanal nach Bienenbüttel gelangen. Zudem sei durch den Bau der Autobahn 39 mit zusätzlichem Autoverkehr zu rechnen. Bis zum 1. Oktober könne die Gemeinde jedenfalls keinen anderen Radweg planen. Kosten nennt die Gemeinde noch nicht.

Widerspruch kommt von Varendorfs Ortsvorsteherin Renate Niemann (Grüne). Nicht zuletzt, weil sie im März zusammen ihren Kollegen Hans-Hinrich Harms (Rieste) und Heinrich Hellbrügge (Bornsen) in einem gemeinsamen Eilantrag gefordert hatte, sofort mit der Planung für ihren Radweg zu beginnen und die Kosten in einen Nachtragshaushalt einzustellen. „Grund für die Dringlichkeit sind die hohen Fördersummen – bis zu 70 Prozent –, die durch das Sonderprogramm des Landes möglich werden“, hieß es zur Begründung. Die Ortsteile waren sogar bereit, sich finanziell zu beteiligen, um das Projekt zu beschleunigen.

Befeuert wurde es durch einen Unfall im Herbst. Damals war es zu einer Kollision von zwei Autos gekommen. Einer der Fahrer war zwei Kindern ausgewichen, die er wegen der Kuppe zwischen Varendorf und Rieste erst im letzten Moment wahrgenommen hatte.

„Die einmal getroffenen Beschlüsse soll man einhalten“, fordert Renate Niemann nun. Um die Prioritätenliste hatte es bereits eine emotionale Debatte gegeben. Sie solle „um des Friedens willen“ eingehalten werden. „Der Unfriede ist gesät.“

Von Gerhard Sternitzke

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