Auf den Stühlen der Entscheider

Der gebürtige Steddorfer Jakob Blankenburg berichtet über seine ersten Tage im Bundestag

Jakob Blankenburg und Bärbel Bas
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In Berlin traf der frisch gebackene SPD-Bundestagsabgeordnete Jakob Blankenburg, der aus Steddorf stammt, auch die neue Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, ebenfalls von der SPD.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Als frisch gebackener SPD-Abgeordneter für den Wahlkreis Lüneburg/Lüchow-Dannenberg nahm Jakob Blankenburg an der konstituierenden Sitzung des neuen Bundesparlamentes teil. Im AZ-Gespräch spricht er über seine ersten Eindrücke.

Steddorf/Berlin - „Vor mir saßen Leute auf diesem Stuhl, die in den letzten Jahrzehnten wichtige Entscheidungen getroffen haben“, sagt Blankenburg ehrfürchtig. Und jetzt sei es an ihm, diese Entscheidungen zu treffen. „Das ist schon ein besonderes Gefühl.“ Gänzlich unvorbereitet tritt Blankenburg seine neue Aufgabe nicht an. „Wir sind in den letzten Wochen schon gut herangeführt worden“, berichtet der ehemalige Steddorfer. Erfahrenere Kollegen stünden ihm dabei zur Seite. „Es ist immer sehr hilfreich, wenn die aus dem Nähkästchen plaudern.“

Blankenburg hat auch bereits einen Ausschuss ins Auge gefasst, dem er gerne angehören würde, sobald hierfür die Sitze nach der Regierungsbildung besetzt werden. Der Innenausschuss biete sich an, sagt der 24-Jährige. Denn schon in seiner ehemaligen Funktion als Landesvorsitzender der Jusos habe er mit Verantwortlichen viel über Polizeigesetze gestritten.

Mit 24 Jahren ist Blankenburg das jüngste Mitglied der neuen SPD-Fraktion – obwohl es in anderen Fraktionen noch jüngere als ihn gebe, wie er betont. Ohnehin sei in diesem Bundestag ein großer Teil der Abgeordneten noch jung. So habe er auch nicht das Gefühl, sich aufgrund seines Alters behaupten zu müssen, sagt Blankenburg. „Es ist gar nicht mein Anspruch, der junge Wilde zu sein.“

22 Wochen pro Jahr wird Blankenburg voraussichtlich in Berlin verbringen. Daher ist er auf der Suche nach einer Wohnung, ansonsten möchte er aber in Lüneburg wohnen bleiben. Hier baue er gerade sein Wahlkreisbüro auf. Nach und nach wolle er sich auch den Bürgermeistern in der Region vorstellen, da diese näher an den Menschen vor Ort seien, die Blankenburg in Berlin vertreten will. Auch für die Bürger aus dem Landkreis Uelzen möchte er als SPD-Vertreter Ansprechpartner sein, betont Blankenburg, denn während Kirsten Lühmann nicht mehr zur Bundestagswahl antrat, hatte Dirk-Ulrich Mende den Einzug ins Parlament knapp verpasst.

Einen festen Tagesablauf in Berlin hat Blankenburg noch nicht, vielmehr gestalte sich jeder Tag unterschiedlich. Jetzt blicke er erst einmal auf die erste Sitzungswoche, wo es unter anderem um das Infektionsschutzgesetz gehe. „Ich fiebere meiner ersten Rede im Plenarsaal entgegen“, sagt Blankenburg.

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