200 zusätzliche Offiziersanwärter werden in der Körner-Kaserne ausgebildet / Zwei Blöcke werden für neue Kompanie umgebaut

Bundeswehrstandort Lüneburg wächst wieder

Kein Stein bleibt auf dem anderen in den beiden Mannschaftsblöcken, die für die neue Kompanie umgebaut werden. 
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Kein Stein bleibt auf dem anderen in den beiden Mannschaftsblöcken, die für die neue Kompanie umgebaut werden. 

stk Lüneburg. Jahrelang schien die Bundeswehr in Lüneburg ein Auslaufmodell zu sein. Nach Ende des Kalten Kriegs verwandelte sich zunächst die Scharnhorst-Kaserne in einen Hochschulcampus. Auf dem Gelände der Schlieffen-Kaserne wächst der neue Stadtteil Hanse-Viertel.

Aus der Soldaten- wurde eine Studenten-Stadt. Jetzt gibt es erstmals wieder mehr Uniformträger: In der Theodor-Körner-Kaserne, dem letzten Bundeswehrstandort der Hansestadt, wird heute, Freitag, feierlich eine neue Kompanie aufgestellt.

Michael Hoppstädter

„Das sind die ersten Auswirkungen, die Lüneburg von der Trendwende Personal merkt“, sagt Oberstleutnant Michael Hoppstädter, Kommandeur des Aufklärungslehrbataillons 3. Wegen der neuen Sicherheitslage – unter anderem nach der Annexion der Krim durch Russland – stockt die Bundeswehr auf. Bis 2024 soll die Truppenstärke um 12 000 Berufssoldaten steigen. 200 neue Offiziersanwärter werden ab Juli 2018 auf dem Kasernengelände im Osten Lüneburgs ausgebildet. „Für mich ist das ein Zugewinn. Jeder Soldat, den ich habe, dient der Standorterhaltung“, betont Hoppstädter. „Für mich ist das ein gutes Gefühl.“

Die neue vierte Kompanie gehört zum Offiziersanwärter-Bataillon 1 in Munster. Weil dort der Platz fehlt, werden die 200 Bewerber in Lüneburg ausgebildet. Hier erhalten sie ein Jahr Grundausbildung im Marschieren, Schießen und Sanitätsdienst, bevor sie zum Studium an eine Bundeswehrhochschule gehen. Heute wird lediglich ein 20-köpfiger Vorbereitungsstab begrüßt.

Wirkt wie eine Sporthalle: die neue Waffenkammer.

Bis Juli 2018 lässt die Bundeswehr für die neue Kompanie zwei dreistöckige Mannschaftsblöcke auf dem Kasernengelände umbauen. Dabei wird ein zeitgemäßer Standard für die Offiziersanwärter geschaffen. „Die Soldaten werden sich zu zweit ein Zimmer teilen. Auf jeder Stube wird es einen Fernseher geben. Je zwei Zimmer werden sich eine Nasszelle teilen“, erläutert Hoppstädter.

Gebaut wurde auch an anderer Stelle. In dem neuen zentralen Waffenkammergebäude, das eher wie eine Schulsporthalle wirkt, werden alle Waffen von der Pistole bis zu den Maschinengewehren der Spähwagen und Transportpanzer untergebracht. Bislang wurden diese rund 1500 Waffen bei den einzelnen Kompanien gelagert. Jetzt werde noch mehr Sicherheit geschaffen, so Hoppstädter. Das Gebäude ist mit schweren Stahltüren, Alarmanlage und Videoüberwachung gesichert.

Platz ist noch genug vorhanden in der Theodor-Körner-Kaserne. Während des Kalten Krieges waren hier 1800 Soldaten stationiert. Heute sind es 900. „Wir haben noch Kapazitäten“, sagt Kommandeur Hoppstädter. „Man müsste aber erst in Gebäude investieren.“

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