Vereinsmitglieder müssen Finanzen offenlegen

Bürgerbus in Bienenbüttel: Persönliche Bedürftigkeit reicht nicht

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Das Vereinsauto legt gut 35.000 Kilometer pro Jahr zurück. Gerd Richter ist einer der ehrenamtlichen Fahrer, die die Mitglieder zum Beispiel zum Bahnhof, zu einem Arztbesuch oder zum Einkaufen fahren.

Bienenbüttel-Hohenbostel – Wer ein Schreiben vom Finanzamt öffnet, kennt vielleicht dieses etwas mulmige Gefühl, denn entweder man muss nachzahlen oder man bekommt Geld erstattet – meistens zumindest.

In dem Schreiben, das Gerd Richter, Vorsitzender des Vereins Bürgerbus Bienenbüttel, vom Fiskus bekommen hat, ging es aber nicht um Geld, sondern um eine rechtliche Angelegenheit, was die Gemeinnützigkeit des Vereins angeht.

Daher muss nun die Satzung geänderte werden, „denn es ist so, dass wir nun von unseren Mitgliedern deren wirtschaftliche Bedürftigkeit explizit nachweisen müssen“, erklärt Richter auf Anfrage der AZ. Wie berichtet war es bislang so, dass der Verein grundsätzlich Personen, die persönlich bedürftig waren, mitnehmen konnte. So konnten sozialschwachere Mitbürgern ohne eigenen Pkw im ländlichen Raum flexibel sein. „Wir haben alle, die älter als 75 sind, mitnehmen können, egal wie ihre finanzielle Situation ist“, erläutert Richter.

Nun habe der Verein mithilfe eines Fragebogens die zum Teil recht empfindliche persönlichen Daten abfragen müssen. „Wir haben uns Rentenbescheide angesehen und über sonstige Einkünfte oder Sparguthaben mit unseren Mitgliedern gesprochen“, so der Vorsitzende. Natürlich müssen man hier davon ausgehen, dass alle ihre Angaben korrekt angeben – aber darauf könne man sich verlassen.

„Wir haben bei der Erhebung festgestellt, dass bei unseren rund 150 Mitgliedern ohnehin schon gut 60 Prozent auch aus finanzieller Sicht bedürftig sind.“ Insgesamt müssen – so fordert es der Gesetzgeber – mindestens zwei Drittel aller Mitglieder finanziell bedürftig sein, damit der Verein weiterhin seine Gemeinnützigkeit nicht aberkannt bekommt. „Wir werden die Satzung auf einer Mitgliederversammlung im April so abändern, wie es das Finanzamt fordert und ab dann gilt diese geänderte Version,“ so Richter.

VON ROBIN VOGT

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