Die vorerst letzte Fahrt

Bürgerbus in Bienenbüttel legt im November eine Pause ein

Der Bürgerbus Bienenbüttel wird ab heute seinen Betrieb einstellen. Die steigenden Infektionszahlen seien dafür der Grund, sagt der Vorsitzende Fritz Torner (li). Rechts steht Gerd Richter.
+
Der Bürgerbus Bienenbüttel wird ab heute seinen Betrieb einstellen. Die steigenden Infektionszahlen seien dafür der Grund, sagt der Vorsitzende Fritz Torner (li). Rechts steht Gerd Richter.

Bienenbüttel – In den vergangenen zwei Tagen standen die Telefone beim Bürgerbus in Bienenbüttel nicht still. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins riefen ihre Fahrgäste an, um alle Touren, die für den November schon gebucht waren, abzusagen.

Der Bürgerbus wird eine coronabedingte Pause einlegen.

Das teilte der Vorsitzende Fritz Torner auf Anfrage mit. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir den Betrieb unter den verschärften Maßnahmen aufrechterhalten können. Nach vielen Gesprächen zwischen Fahrern und Vereinsvorstand haben wir uns entschieden, den Fahrtbetrieb des Bürgerbusses ab heute, erst mal für den Rest des Monats, ruhen zu lassen“, so Torner.

Hygienekonzept entwickelt

Dabei hatte der Verein nach dem ersten Lockdown ein spezielles Hygienekonzept entwickelt, um wieder fahren zu können. Die Anzahl der Fahrten wurde reduziert. Zwischen Fahrerbereich und Rückbank wurde eine Trennscheibe aus Plexiglas eingebaut, die die beiden Bereiche trennt. Die Mitfahrer dürfen grundsätzlich nur hinten sitzen und müssen die übliche Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dazu war nur die Beförderung von Menschen aus einem Haushalt erlaubt. Nach jeder Fahrt wurde der hintere Ein- und Aussteigebereich desinfiziert.

Die steigenden Zahlen gaben den Ausschlag

„Letztendlich waren es doch die stetig steigenden Zahlen, die uns dazu veranlasst haben, den Betrieb einzustellen“, so der Vorsitzende. Wie die Fahrer selbst gehörten auch die Gäste zur besonders gefährdeten Risikogruppe, erklärt Torner. Der Verein möchte nicht riskieren, dass sich Menschen bei einer Fahrt infizieren. „Es braucht ja nur einer dabei sein, der zum Beispiel keine oder wenige Symptome hat. Das Risiko können und wollen wir nicht tragen.“

Es bringe auch nichts, den Betrieb auf zwei bis dreimal pro Woche zu reduzieren. „Wir haben schon wenige Fahrer, die dann noch mehr Touren übernehmen müssten. Das funktioniert nicht.“

Bürgerbus ein Ort der Kommunikation

Der Bürgerbus in Bienenbüttel ist für viele Menschen nicht nur ein einfaches Transportmittel, um von den entfernteren Ortsteilen in den Kernort zu kommen, sondern auch ein Ort, um andere Bürger zu treffen. Ältere Menschen kommen so auch mal raus, erfahren Neuigkeiten. Sie nutzen die Gelegenheit, neben dem Arztbesuch und den Einkäufen noch eine Tasse Kaffee mit Freunden oder Nachbarn zu trinken“, weiß beispielsweise Fahrer Bernhard Böhnke, der sich ehrenamtlich beim Bürgerbus engagiert (AZ berichtete). Wie lange die Pause dauern wird, vermag Torner auch nicht zu sagen. Das hänge von den Infektionszahlen ab. „Wir hoffen, dass die Maßnahmen greifen und die Zahlen sinken werden. Wir wissen, die Bienenbütteler bauen auf uns.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare