„Die Buche macht uns richtig Sorgen“

Fällarbeiten an der B 4: Anhaltende Trockenheit lässt Bäume absterben

Entlang der B 4 zwischen Bienenbüttel und Grünhagen müssen Bäume gefällt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Foto: LOHMANN
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Entlang der B 4 zwischen Bienenbüttel und Grünhagen müssen Bäume gefällt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Bienenbüttel/Grünhagen – Links und rechts der Fahrbahn stapelt sich das Holz gefällter Bäume. Wer auf der Bundesstraße zwischen Bienenbüttel und Grünhagen unterwegs ist, erkennt auch unzählige Baumstümpfe.

Die niedersächsischen Landesforsten sind zurzeit damit beschäftigt, abgestorbene Pflanzen zu fällen, da ansonsten der Straßenverkehr gefährdet ist. Grund für die hohe Anzahl betroffener Bäume ist die anhaltende Trockenheit der vergangenen zwei Jahre.

Vor allem Buchen an extremen Standorten sterben häufig ab. Foto: LANDESFORSTEN

„Der Boden ist bis in zwei Metern Tiefe knochentrockenen“, schildert Knut Sierk, Pressesprecher der Landesforsten für Nord-Ost-Niedersachsen, die Situation. Selbst der Regen der vergangenen Wochen reiche nicht aus, um den Wasserhaushalt annähernd wieder ins Gleichgewicht zu bringen. „Viele Bäume verdursten schlichtweg, weil ihre Wurzeln nicht schnell genug dem Wasser hinterher wachsen können“, sagt Sierk. Gleichzeitig verlieren die Bäume in den heißen Sommern viel Feuchtigkeit durch Verdunstung. „Die Bäume sind dann geschwächt und anfällig für Pilzbefall und Insekten“, schildert Sierk. Einen Pilzbefall, den ein gesunder Baum verkraften würde, könnten die geschwächten Pflanzen nicht überstehen.

Betroffen sind laut dem Pressesprecher viele Bäume an eigentlich feuchten Standorten, wie an der Ilmenau, die jetzt sehr trocken sind. „Dort haben die Bäume keine tiefen Wurzeln ausgebildet, weil die Böden sehr feucht sind“, erklärt Sierk.

Betroffen von der anhaltenden Trockenheit sind neben Fichten und Lärchen auch Buchen. „Die Buche macht uns richtig Sorgen“, sagt Sierk. Vor allem auf extremen Standorten und Talniederungen, wo normalerweise zu viel Wasser ist, sterben die Buchen ab. Die Folge: „Stabile Waldgebiete gibt es auf extremen Standorten eigentlich nicht mehr“, so Sierk.

Und selbst bei Bäumen, die eigentlich gut mit Trockenheit zurechtkommen und als vermeintlich stabil gelten, treten Krankheiten auf. „Die Kiefer ist die Pionierpflanze schlechthin, aber auch bei ihr nehmen die Probleme zu“, berichtet Sierk. So seien Kiefern häufiger vom Wurzelschwamm befallen.

Was es braucht, damit sich der Wald wieder erholen kann? „Wir brauchen kontinuierlich Feuchtigkeit, damit der Boden wieder nass wird“, sagt Sierk. Ein Starkregen bringe da nichts, sondern nur langandauernde, gleichmäßige Schauer, die auch in den Boden gelangen.

Nachdem die B 4 bereits am vergangenen Sonntag für zwölf Stunden gesperrt war, wird sie kommenden Sonntag, 19. Januar, noch einmal von 6 bis 18 Uhr gesperrt.

VON LARS LOHMANN

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