Nächster Verdachtspunkt in Lüneburg: IGS-Areal wird in den Blick genommen

Bombe unter Gesamtschule?

+
Absperrbänder und Schilder mit der Aufschrift „Betreten verboten“ wiesen darauf hin, dass das Grundstück der Grundschule „Im Roten Felde“ wegen der Bombensuche gesperrt war. 

Lüneburg. Allmählich kehrt in der Lüneburger Grundschule „Im Roten Felde“ nach ereignisreichen Tagen wieder die Normalität ein. Zwar wurden bei der Freilegung des Bodens unter einem Anbau entgegen ersten Befürchtungen nur Bombenreste gefunden.

Dafür musste am Montag aber auf einem Nachbargrundstück eine 70-Kilo-Bombe entschärft werden, ein Gebiet im Umfang von 300 Metern musste evakuiert werden. Für die Stadt Lüneburg ist die Suche nach Bomben damit nicht zu Ende. „Aktuell gibt es rund 20 Verdachtspunkte in Lüneburg, die wir untersuchen müssen und werden“, erklärt Suzanne Moenck, Pressesprecherin der Stadt Lüneburg.

Die Vorbereitungen laufen schon. Gegenwärtig werden die weiteren Verdachtspunkte, die in einem Gutachten benannt wurden, in Flurkarten übertragen. Eine Stelle an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg in Kaltenmoor genießt höchste Priorität. „Wir wollen als nächstes per Sondierung bei der IGS genauer untersuchen“, bestätigt Suzanne Moenck. Laut der Pressesprecherin wird es in der kommenden Woche weitere Informationen zu dem Gebiet geben. Es ist komplett unklar, wie viele Bomben tatsächlich noch in Lüneburg vergraben sind. „Wenn neue Karten vorliegen, werden es vielleicht noch mehr“, vermutet Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Die Stadt verspricht, alle betroffenen Grundstückseigentümer zum weiteren Vorgehen zu informieren.

Im Fall der Grundschule „Im Roten Felde“ konnte der Unterricht am Mittwoch wie geplant wieder aufgenommen werden. „Alle bemühen sich, dass es zügig vonstatten geht“, versichert Suzanne Moenck. Das etwa zwei mal zwei Meter große Loch, das im Textilraum des Schulanbaus gebohrt worden ist, wurde inzwischen mit Beton aufgegossen. Nach dem Auftragen der Dämmung und des Estrichs kann der Fußbodenbelag neu verlegt werden. Die Hansestadt und die Schule gehen davon aus, dass der Textilraum bis spätestens Ende nächster Woche wieder genutzt werden kann, teilt Moenck mit.

Weil der Raum vor allem von kleineren Gruppen am Nachmittag genutzt wird, können die Schüler in die Mensa ausweichen. „Für diesen begrenzten Zeitraum kommen wir damit gut zurecht“, sagt Schulleiter Hendrik Garbers. Auf den ersten Blick wird dann im Textilraum nichts mehr an die Bombensuche erinnern, die Schüler und Lehrer so schnell nicht mehr vergessen.

Von Sandra Hackenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare