Anlage löst im Mai wegen Baustelle 1200-mal aus / Schilder dreimal gestohlen

Blitzer an der B4 hat Hochkonjunktur

+
Der Blitzer an der B 4 bei Bienenbüttel: Seit die Anlage wegen der Baustelle auf Tempo 50 umgestellt wurde, löste sie bereits 1200-mal aus. In normalen Monaten blitzt es nur 400-mal.

Bienenbüttel. Kolonnenverkehr auf der B 4 . Wegen der Baustelle bei Bienenbüttel stauen sich mehr Fahrzeuge vor der Ampel als üblich. Kaum ist die Strecke frei, erwischt es den Fahrer eines silbernen Skoda. Grellorange leuchtet der Blitz auf.

Statt 70 gilt hier während der Bauzeit Tempo 50. Der Blitzer hat deshalb Hochkonjunktur. Vom 1. bis zum 15. Mai löste er laut Straßenverkehrsamt des Landkreises Uelzen 1200-mal aus. Normal sind 400 Bilder pro Monat.

Für Ärger sorgt aber nicht nur die Aussicht auf ein Bußgeld. Leser Klaus Rehn zweifelt an, dass der Blitzer zu Recht auslöst. „Vor der Kreuzung ist wie immer Tempo 70 erlaubt. Der Blitzer ist also falsch angepasst!“, schreibt er der AZ. „Ich bin mir deshalb so sicher, weil ich diese Strecke täglich zur Arbeit und zurück fahre.“ Am Montagabend und noch einmal am Mittwochmorgen habe der Blitzer bei Tempo 70 ausgelöst, obwohl kein 70-Schild zu sehen gewesen sei.

„Die Schilder sind uns schon dreimal gestohlen worden“, räumt der Leiter des Straßenverkehrsamts Matthias Schild ein. „Dreimal sind sie morgens wieder aufgestellt worden.“ Auch nach der Einführung von Tempo 80 im Stadtwald waren mehrfach Schilder verschwunden. „Das ist kein Lausbubenstreich. Das ist eine Straftat, ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“, betont Schild.

Wer mit den gewohnten 70 Stundenkilometern geblitzt wird, muss für 20 Kilometer zu schnell außerorts mit einem Verwarnungsgeld von 30 Euro rechnen – allerdings nur, wenn er das Fünfziger-Schild ignoriert. „In der Zeit, in der die Beschilderung nicht stand, wird nichts geahnet“, versichert Schild. Das gilt für den Zeitraum zwischen der letzten Kontrolle durch die Baufirma und dem Wiederanschrauben des Schilds am Morgen.

Die anderen müssen zahlen. Dabei sei die Straßenverkehrsbehörde durchaus kulant gewesen, denn der Blitzer sei erst am 2. Mai auf 50 umgestellt worden – macht zwei Wochen Kulanz zur Umgewöhnung für die Autofahrer.

Amtsleiter Schild zieht noch eine andere Schlussfolgerung aus den 1200 Auslösungen: „Es ist klassisch, dass die Temporeduzierung im Baustellenbereich von vielen Leuten nicht akzeptiert wird.“ Direkt an der Baustelle sei wegen der engen Verkehrsführung Tempo 30 unausweichlich. Und Schild kündigt an: „Wir werden auch mobil in die andere Richtung messen.“

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare