Filmpräsentation im Bienenbütteler Rat / Gemeinde beantragt jetzt Fördermittel

Blick in die neue Ilmenauhalle

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In der Computeranimation steht das neue Mehrzweckzentrum schon unter dem Bienenbütteler Himmel, und über die repräsentative Treppe fährt die virtuelle Kamera auch ins Innere des 2,6 Millionen Euro teuren Projekt. Entwurf: B.A. Dominik Siebold und B.A. Martin Westphal/Hochschule Wismar

Bienenbüttel. Großes Kino im Bienenbütteler Rathaus: Aus der Vogelperspektive gleitet der Blick auf den von den Bienenbüttelern so sehnlich gewünschten Neubau der Ilmenauhalle.

Er umschmeichelt das moderne Gebäude, gleitet an einer repräsentativen Treppenanlage entlang, durch die Tür hinein, und tatsächlich: Da hängt schon das Schild „Ilmenauhalle Bienenbüttel“, wenn auch nur im Film. Spiellärm wird lauter. Zuschauer in der lichtdurchfluteten Mehrzweckhalle feuern Sportler an, ein anderes Mal zucken die bunten Lichtblitze einer Discobeleuchtung über die zur Tanzfläche umfunktionierte Spielfläche. Am Ende gibt es im Gemeinderat am Mittwochabend Applaus für den Animationsfilm. Zu schön, um wahr zu sein?.

Die letzte Ratssitzung des Jahres beginnt mit einer Filmvorführung, für die es Applaus von den Ratsmitglieder gibt. Jetzt werden Fördermittel beantragt.

Mit der Vorführung der im Sommer von Architekturstudenten der Universität Wismar erarbeiteten Präsentation nimmt Bürgermeister Dr. Merlin Franke den Kritikern von SPD und Grünen geschickt den Wind aus den Segeln. „Nicht , dass die Sache wieder unter den Tisch gekehrt wird“, hat Arnold Witthöft erst jüngst im Bauausschuss gemahnt. „Von der Verwaltung wird nichts unter den Teppich gekehrt“, stellt Franke nachdrücklich klar. Das Integrierte Entwicklungskonzept sei bereits im Juni beim Land angemeldet worden. Nun werden werden Fördermittel beim Programm kleinere Städte und Gemeinden beantragt. Die Entscheidung im Rat ist einstimmig.

Die Gemeinde erhofft sich für das 2,6-Millionen-Projekt, das im Integrierten Entwicklungskonzept für Bevensen-Ebstorf und Bienenbüttel an vorderster Stelle steht, einen Zuschuss von zwei Dritteln, also 1,7 Millionen Euro. Mit dem Zuschussantrag, über den voraussichtlich im Frühjahr 2016 entschieden wird, beschließen die Gemeinderatsmitglieder gleichzeitig, den Eigenanteil von knapp 880 000 Euro zur Verfügung zu stellen, und zwar einstimmig. „Das fínde ich sehr schön“, kommentiert Holger Janßen (KA), der die Ratssitzung leitetet. Damit rückt der Neubau seiner Realisierung ein Stück näher. „Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann und Wie“, fasst es Mathias Jeßen (Kommunalpolitische Alternative/JA) zusammen.

Im nächsten Jahr sollen die Planungen beginnen, sobald die Förderzusage eintrifft, sagt Bürgermeister Franke der AZ. „Ohne ein Zuschussprogramm ist eine Investition an der Ilmenauhalle in dieser Dimension nicht möglich.“ 55 000 Euro Planungsmittel haben CDU und KA bereits für 2015 eingestellt. Sie stehen weiterhin zur Verfügung, so dass der Antrag von SPD und Grünen (40 000 Euro) zum Haushalt 2016 nicht zum Tragen kommt. „Und mit Glück bekommen wir nächstes Jahr einen positiven Bescheid“, meint Arnold Witthöft (SPD) versöhnlich.

Für den TSV Bienenbüttel, mit 1200 Mitgliedern größter Verein im Ort, ist das Projekt eine Herzenssache. „Wir träumen alle von einer Halle wie in Barendorf“, erzählt Vorsitzender Michael Skeisgerski der AZ. „Da können zwei Sportarten gleichzeitig trainieren, mit einem Vorhang trennbar, so dass man auf der anderen Seite gar nichts hört. Mit ausziehbaren Bühnen, einem Handballfeld, das seinen Namen verdient, und wo man nicht gegen die harte Wand läuft.“ Bislang werden für die Zuschauer Stühle aufgestellt – mitten in der Schusslinie der Sportler.

Von Gerhard Sternitzke

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