Der Bienenbütteler Patrick Fabianke wehrt sich mit einer Blitzerattrappe

Mit Blech gegen Raser

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Patrick Fabianke (31) aus Bienenbüttel mit seiner Blitzerattrappe: „Das ist hier eine Rennstrecke. Meistens abends wird gerast.“

Bienenbüttel – Im letzten Moment taucht sie hinter einem Busch am Fahrbahnrand auf: eine hohe Säule, gefährlich metallisch glänzend und mit zwei schwarzen Bändern. Keine Frage: Da steht ein Blitzer. Reflexartig tritt der Autofahrer auf die Bremse.

Patrick Fabianke erfüllt das mit Befriedigung. Zwar ist der Blitzer des Bienenbüttelers nicht scharf, aber wenn der eine oder andere langsamer fährt, hat er seinen Zweck erreicht.

„Das ist hier eine Rennstrecke. Meistens wird abends gerast“, berichtet der 31-Jährige. Die gerade Strecke verleitet zum Beschleunigen – und das geht gar nicht, findet Fabianke. „Hier sind viele Kinder. Das finde ich nicht gut“, sagt der Handwerker. Auf seinen Wunsch an den Landkreis, mal den Blitzeranhänger in der Hohnstorfer Straße aufzustellen, hat er bislang keine Antwort erhalten.

Die 1,70 Meter große, täuschend echte Attrappe hat der Heizungs- und Lüftungsbauer in einer halben Stunde aus Abfallrohren zusammengeschraubt. Die vermeintlichen Kamerafenster hat er schwarz lackiert. Fertig war der Blitzer, der direkt hinter dem Gartenzaun steht.

„Anfangs haben alle abrupt heruntergebremst, aber irgendwann haben sich die Autofahrer darauf eingerichtet“, erzählt Fabianke. Der Effekt ist ein Stück weit verpufft. „Aber einige bremsen immer noch ab, die die Strecke nicht so gut kennen.“

Der Bienenbütteler findet einfach, dass sich seine Mitmenschen an das gesetzliche Tempolimit von 50 Stundenkilometern zu halten haben. Er selbst tut das auch. „In der Jugend wurde ich öfter geblitzt, und ich will meinen Führerschein behalten.“

Gleich zu Beginn hat ein Spaßvogel sein Foto mit einem erschrockenen Gesicht an die bedrohliche Säule gehängt. Der Spaß war auf Seiten von Fabianke und seinen Nachbarn. Denn die begrüßen die Aktion.

Vor strafrechtlichen Folgen hat der junge Handwerker keine Angst. „Ich habe mich informiert. Die Rechtslage ist klar“, sagt Fabianke. „Ich habe keine Blitzeranlage dran. Ich beeinflusse nicht den Verkehr. Das ist mein Grundstück.“ Und er kündigt an. „Aus den Restblechen könnte ich noch mehr machen.“

VON GERHARD STERNITZKE

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