Gemeinde kündigt Pachtvertrag

Bistro in der Ilmenauhalle Bienenbüttel: Zum Jahresende ist Schluss

Am 31. Dezember wird Birgit Bothe das letzte Bier im Café/Bistro in der Ilmenauhalle zapfen. Die Kündigung des Pachtvertrages stellt die 52-Jährige vor existenzielle Fragen.
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Am 31. Dezember wird Birgit Bothe das letzte Bier im Café/Bistro in der Ilmenauhalle zapfen. Die Kündigung des Pachtvertrages stellt die 52-Jährige vor existenzielle Fragen.

Bienenbüttel – Birgit Bothe ist traurig, aber „es muss ja weitergehen“. Der Betreiberin des Cafés und Bistros in der Ilmenauhalle wurde der Pachtvertrag von der Gemeinde gekündigt. Zum Jahresende ist Schluss – nach zehn Jahren.

Die 52-Jährige hofft, dass sie ab dem nächsten Sommer den Kiosk im Waldbad Bienenbüttel pachten kann. Neu wäre dieser Job für sie nicht.

Gerechnet hatte Birgit Bothe mit der Kündigung nicht, auch wenn sich schon seit Längerem abzeichnete, dass die marode, im Jahr 1974 erbaute Ilmenauhalle wohl keine Zukunft hat. Anfang April dieses Jahres wurde das Spielfeld wegen Wasserschäden in der Decke gesperrt, kurz danach verhängte der Landkreis einen Baustopp, weil die Deckenarbeiten einer Genehmigung bedurft hätten, die die Gemeinde nachreichte.

Großveranstaltungen fielen aus (AZ berichtete). Die Kommunalpolitiker zogen die Reißleine, ihnen war das Risiko, dass die für 200 000 Euro geplante Dachsanierung immer teurer wird, zu hoch. Sie dachten immer lauter darüber nach, ein neues Mehrzweckzentrum zu bauen und die Ilmenauhalle abzureißen.

Zum Jahresende wurden diese Neubaupläne konkreter: Die Gemeinde stellte 175 000 Euro für die Planung in den Haushalt 2020 ein. Für den Bau bekommt sie 733 000 Euro Fördermittel, außerdem eine Million Euro vom Landkreis.

Die Kündigung stellt Birgit Bothe vor existenzielle Fragen. Bis vor zwei Jahren betrieb sie den Bad-Kiosk, zwischen 2009 und 2017 zusätzlich auch das Bistro in der Ilmenauhalle. Von 2001 bis 2009 war sie ausschließlich Pächterin des Bad-Kiosks.

Von dem Kiosk-Saisongeschäft könne man leben, „wenn es ein guter Sommer ist“, weiß die 52-Jährige. An guten Tagen, so erinnert sie sich, habe sie mehr als 500 Portionen Pommes verkauft – 10 000 pro Saison.

Wehmut kommt auf, wenn sich ihre Stammgäste in diesen Tagen von ihr und ihrem Mann Günther verabschieden. Besonders gerührt war Birgit Bothe, als neulich der Bienenbütteler Spielmannszug plötzlich vor der Tür stand und mit einem Ständchen Auf Wiedersehen sagte. „Das geht einem nahe.“

VON ULRIKE MEINEKE

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