1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Bienenbüttel/Lüneburg

Sönke Strampe kämpft um den Titel „Biolandwirt des Jahres“

Erstellt:

Von: Jannis Wiepcke

Kommentare

Biobauer Sönke Strampe vor einem Feld in Rieste
Biobauer Sönke Strampe vor einem seiner Felder in Rieste. © Bautsch-Ludolfs

Der CeresAward gilt als höchste Auszeichnung in der Landwirtschaft. Sönke Strampe, der in Rieste einen Biolandhof betreibt, hat es ins Finale des Wettbewerbs geschafft. 

Rieste - Wer wird der beste Landwirt in Deutschland? Der Ceres-Award ist die höchste Auszeichnung im Agrarsektor und wird in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen. Sönke Strampe, der in Rieste einen Bioland-Hof betreibt, hat es ins Finale geschafft.

Es ist traumhaft still auf dem Betriebsgelände am Dorfrand von Rieste. In weiter Entfernung ist ein Bauer auf dem Feld unterwegs, die vielen Schwalben schwirren und gleiten durch die Sonne hin zu den Nestern. Sönke Strampe ist Bio-Bauer, wohnhaft in Bad Bevensen, 33 Jahre alt, und gerade zum zweiten Mal Papa geworden. Was ihn hervorhebt, ist auf seinem blauen T-Shirt zu lesen: Sönkes Süßkartoffeln. Strampe ist einer der ersten Anbauer in Norddeutschland.

Beim kleinen Feldrundgang, vorbei an blau-lila blühender Phacelia, Ackerbohnen und Dämmen, aus denen die Süßkartoffelpflanzen sprießen, erwähnt Strampe das eher beiläufig. 2017 wurde der Betrieb auf Ökolandbau umgestellt, und seitdem tüftelt der Bio-Bauer an den richtigen Maschinen, Erntetechniken, der Pflanzgutwahl und der richtigen Pflege für seine süßen Knollen.

„Süßkartoffeln sind sehr wärmeliebend und bei uns auf den norddeutschen Feldern eine echte Seltenheit. In Spanien oder den USA ist der Anbau komplett anders, aufgrund der besseren Temperaturen für süße Früchte. Deswegen müssen wir uns hier so sehr anpassen und im Anbau auch manchmal einiges ausprobieren“, sagt Strampe. Abschauen von anderen Kulturen könne man sich dabei nichts, da die Süßkartoffel zu den Windengewächsen zähle, zu denen sonst keine in Deutschland üblichen Feldfrüchte gehörten.


Auf dem Nebenflächenstück sind herausragende Halme und Stroh zu sehen. „Schau genau hin“, sagt Strampe lächelnd. Und dann zeigt er die kleinen grünen Blätter der Pflanze, mit deren Anbau, Pflege, Haltung und Ernte er experimentiert: dem Hokkaidokürbis. Die Anbaumethode heißt Direktsaat. Sie soll laut Strampe besonders wassersparend und gut für das Bodenleben sein. Das einzige Problem im Ökolandbau seien dabei nur die Unkräuter. „Wir müssen solche Methoden wie die Direktsaat probieren, weil es so viele Vorteile bietet. Wir können dabei komplett auf die Nase fallen oder aber wirklich gute Kürbisse mit einem sehr umweltverträglichen Anbau produzieren. Auf jeden Fall aber gewinnen wir an Erfahrung und das ist das Wichtigste“, erklärt er weiter.

Der Bio-Bauer, der auch als CDU-Ratsherr aktiv ist, führt aus, dass es für den Wettbewerb nicht wichtig sei, Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall zu erzielen, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für die Natur zu bringen.

Dass es daran nicht mangelt, wird beim Besuch schon mal klar. Im Oktober entscheidet sich, ob Strampe mit dem Sieg in seiner Kategorie „Biolandwirt“ ausgezeichnet oder sogar zum „Landwirt des Jahres“ gekürt wird.

Auch interessant

Kommentare