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Bienenbüttelerin gründet „Foodsharing-Gruppe“ bei Facebook

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Von: Theresa Brand

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In Deutschland werden viele Lebensmittel weggeworfen
In Deutschland werden viele Lebensmittel weggeworfen. Mit einfachen Maßnahmen kann man die Verschwendung vermeiden, zum Beispiel, indem man sie an andere weitergibt. © Arno Burgi

Zu viel eingekauft oder eine üppige Apfel-Ernte im Garten? Statt Lebensmittel wegzuwerfen können Bienenbütteler über eine Facebook-Gruppe Essen oder auch Gegenstände kostenlos anbieten oder tauschen. 

Bienenbüttel – Wer kennt das nicht: Beim Einkauf vergriffen oder das geplante Abendessen doch nicht gekocht. Übrig bleiben Lebensmittel, die oft einfach verderben oder weggeworfen werden. Das ist einerseits nicht nachhaltig, andererseits mit Hinblick auf den Geldbeutel unwirtschaftlich.

So dachte es sich auch Cornelia Lewandowski, die seit etwas mehr als einem Jahr in Bienenbüttel lebt. „Alles hat damit angefangen, dass ich Kapseln für eine Teemaschine gekauft habe, die dann aber kaputt gegangen ist“, erzählt die junge Frau. Wegwerfen wollte sie die Kapseln nicht, aber wohin damit? Von Foodsharing, also der „Lebensmittelrettung“ hatte sie bis dahin nur gehört. Dabei organisieren sich private Haushalte, aber auch Unternehmen wie Bäcker oder Supermärkte auf lokaler Ebene, um übrig gebliebene Lebensmittel kostenlos zu teilen. Die Idee gefiel ihr.

„In Bienenbüttel gab es so etwas nicht, also hatte ich die Idee, eine Facebook-Gruppe zu gründen“, sagt Lewandowski. Gesagt getan – die Gruppe „Foodsharing, Geschenk- und Tauschbörse Bienenbüttel“ gibt es erst seit etwa sechs Wochen und hat bereits 76 Mitglieder. „Es ist eine schnelle und einfache Möglichkeit, ganz unabhängig vom Einkommen“, findet die Bienenbüttelerin.

Bei Foodsharing-Gruppen mache es am meisten Sinn, wenn man in seinem Wohnort oder im nahen Umkreis teile. Sie sagt: „Wenn ich erst 20 Kilometer für ein Bund Radieschen fahren muss, lohnt sich das nicht“. Außerdem sei man durch so eine Gruppe flexibel, denn Ort und Zeit der Übergabe können spontan und individuell vereinbart werden. In der Bienenbüttel-Gruppe können nicht nur Lebensmittel, sondern auch Gegenstände angeboten oder getauscht werden. „Das Angebot wird bislang gut angenommen“, erzählt Lewandowski. Während der Gartensaison bieten auch viele Obst und Gemüse an. Einmal hieß es beispielsweise, dass sich gerne Leute melden könnten, die Kirschen ernten möchten; ein anderes Mal hatte jemand Zucchini aus dem heimischen Beet im Überfluss.

Ein positiver Nebeneffekt der Gruppe sei auch, dass man die Bienenbütteler besser kennenlerne. Sie habe dort schon einiges erfahren, das sie bislang nicht wusste, sagt sie: „Ich bewahre jetzt zum Beispiel auch Salat oder Möhrengrün auf und bringe es der Meerschweinchen-Nothilfe. Davon hätte ich ohne die Foodsharing-Gruppe wohl nie erfahren“. Auch auf den Verein „Hand in Hand“ ist Lewandowski über Facebook aufmerksam geworden. Ihr ist wichtig zu betonen: „Die Bedürftigen haben Vortritt.“ Niemand aus der Gruppe wolle jemandem zuvorkommen. Doch wenn spontan etwas übrig sei, das nicht bis zum nächsten Ausgabetermin haltbar wäre, könne dies durch die Foodsharing-Gruppe schnell weitervermittelt werden. „Ich hoffe, dass unsere Gruppe weiterhin so gut funktioniert und sich noch mehr Menschen auch aktiv daran beteiligen“, erklärt Lewandowski.

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