Extremwetter als Ursache

Bienenbütteler Wehr rückt 2018 insgesamt 73 Mal zu Einsätzen aus

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Aufgrund der lang anhaltenden Dürre im Sommer musste die Bienenbütteler Feuerwehr auch zu Stoppelfeld-Bränden ausrücken. Insgesamt waren es bisher 73 Einsätze.

Bienenbüttel. Die Freiwillige Feuerwehr Bienenbüttel hat dieses Jahr so viele Einsätze wie noch nie in ihrer 136-jährigen Geschichte zu verzeichnen. Insgesamt 73 Mal musste die Ortswehr bisher 2018 zu einem Einsatz ausrücken, das sind 16 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Einsatzspanne reicht dabei vom Abdecken einer kleinen Ölspur, wie beim 73. Einsatz, bis zu Einsätzen bei Verkehrsunfällen oder Stürmen.

Vor allem Unwetter wie heftige, lokal begrenzte Stürme haben in den vergangenen Jahren zugenommen.

„In den letzten Jahren ist zu erkennen, dass die extremen Wetterlagen deutlich zugenommen haben“, berichtet der Pressesprecher der Bienenbütteler Wehr, Stefan Kommert auf AZ-Nachfrage. Vor allem besonders kurze, aber sehr heftige Unwetter sind häufiger geworden. So war es auch am 9. August dieses Jahres, als ein Sturm allein für 22 Einsätze der Bienenbütteler Ortswehr sorgte. Zusammengenommen rückten alle zehn Ortswehren der Einheitsgemeinde an diesem Tag sogar zu 44 Einsätzen aus, wobei es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume handelte. Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle hingegen liegt 2018 unter denen der Vorjahre, berichtet der Pressesprecher.

Auch in den Jahren davor spielte Extremwetter immer wieder eine Rolle. So musste die Bienenbütteler Feuerwehr wegen Sturms am 22. Juni und 5. Oktober 2017 zu zusammengenommen 20 Einsätzen ausrücken. 2016 sorgte dann heftiger Schneefall am 8. November für Schneebruch an Bäumen und für insgesamt 23 Einsätze.

Jeder Einsatz kann die Feuerwehrleute laut Kommert dabei an ihre Belastungsgrenze führen. „Wir ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer müssen von einer Minute auf die andere, bei Tag oder mitten in der Nacht, topfit sein.“ So müssten Einsatzleiter innerhalb kürzester Zeit einen Überblick über die Einsatzlage bekommen, sie beurteilen und Aufgaben an die Gruppenführer weitergeben. Die wiederum die Einsatzkräfte entsprechend einsetzen. „Ob Atemschutzgeräteträger in einem brennenden Haus, oder Feuerwerhrfrauen und -männer, die eine eingeklemmte, schwer verletzte Person schnellstmöglich befreien müssen – das alles ist eine sehr belastende Aufgabe,“ sagt Kommert.

Um auch tagsüber einsatzbereit zu sein, haben sich die Ortswehren in der Einheitsgemeinde bereits vor zehn Jahren zu den Zügen West, Ost und Mitte zusammengeschlossen. Hauptgrund war und ist die hohe Zahl an Berufspendlern, die in Bienenbüttel leben. „Somit ist gewährleistet, dass zu jeder Tag- und Nachtzeit genügend Einsatzkräfte vorhanden sind“, erklärt Kommert. Die Zusammenarbeit der einzelnen Ortsfeuerwehren wird bei mehrmals im Jahr stattfindenden gemeinsamen Ausbildungsdiensten und Einsatzübungen erprobt.

Von Lars Lohmann

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