Ein Paket auf Irrwegen

Bienenbütteler verschickt Blechschild – und erlebt eine wochenlange Odyssee

Aufgrund der Corona-Krise herrsche ein Paketaufkommen wie zur Weihnachtszeit, heißt es aus Richtung Post und DHL. Eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr sei ausgemacht worden.
+
Was tun, wenn ein Paket seit geraumer Zeit in einem Versandzentrum liegt? Ein Bienenbütteler beklagt, dass er keine Informationen und keine Hilfe erhalten habe.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
    schließen

Bienenbüttel – Dieser Bienenbütteler Bürger hat die Nase voll. Vor Kurzem verkaufte er ein altes Blechschild im Internet und verschickte es per DHL an den Käufer in Abenberg in Bayern – sogar mit Versicherung, damit das Paket auch wirklich ankommt. Was dann folgte, war eine Odyssee.

Doch der Reihe nach. Am 19. Juli schickte der Bienenbütteler das Paket in der örtlichen Postagentur ab. 7,49 Euro zahlte er dafür, wobei Paketinhalte mit einem Wert von bis zu 500 Euro versichert sind. Rund eine Woche später meldet sich der Käufer: Das Paket ist noch immer nicht angekommen.

„Normalerweise ist das nach drei Tagen da“, ärgert sich der Bienenbütteler. Laut Sendungsverfolgung hatte das Paket da noch den Status „unterwegs“.

So rief der Bienenbütteler bei der Servicehotline von DHL an. Hier kritisiert er die computergenerierten Fragen, die man beantworten muss, bis man zu einem Mitarbeiter durchgestellt wird. Mehrmals habe ihn der Computer nicht verstanden, immer wieder habe er seine Antworten wiederholen müssen – das alles mit Gebühren für die Hotline. Als er schließlich bei einem Mitarbeiter durchkam, habe der ihm wiederum nicht helfen können.

„Das ist eine bodenlose Frechheit“, beklagt der Bienenbütteler. „Wenn es zum Verlust kommt, ist kein Mensch zuständig.“ So habe er am 1. August auch noch einen Brief mit der Bitte um Infos an den Kundenservice geschrieben – ohne eine Antwort zu erhalten. „Da ist keine Information, keine Hilfe“, kritisiert der Absender. „Das ist ein Unding.“

Reklamation muss aufgegeben werden

Die AZ hat bei DHL nachgefragt. „Grundsätzlich muss der Kunde eine Reklamation aufgeben“, erklärt Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt. Dies müsse schriftlich im Internet auf der Homepage von DHL geschehen, wobei alle notwendigen Daten wie die Sendungsnummer vorliegen müssen. Eine Nachricht sei zwar beim Kundenservice eingegangen, diese sei aber nicht vollständig gewesen. Ein offizieller Nachforschungsauftrag sei von dem Kunden nicht erstellt worden. Man wolle sich der Sache jedoch annehmen, verspricht Hogardt.

Sollte das Paket tatsächlich abhandengekommen sein, gebe es natürlich auch Ersatz, betont Hogardt. Er bittet jedoch um Geduld. Eine Nachforschung könne dauern, da die DHL täglich über sechs Millionen Pakete im System habe. Bei der Zahl sei auch die vom Kunden kritisierte computergenerierte Hotline nötig. „Das ist bei großen Unternehmen leider nicht anders möglich“, sagt Hogardt.

Gestern kam für den Bienenbütteler dann unerwartet die gute Nachricht: Das Paket ist doch noch beim Empfänger angekommen. Eine Erleichterung, denn für ihn waren die vergangenen Wochen geprägt von den Mühen, dem vermeintlich verschollenen Paket auf die Spur zu kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare