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Bienenbütteler Pflege-Einrichtungen äußern sich zur Impfpflicht im Gesundheitswesen

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Von: Jannis Wiepcke

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Corona-Impfung
Ab dem 16. März gilt eine bundesweite Impfpflicht für Berufstätige im Gesundheitswesen. In den Pflege-Einrichtungen der Gemeinde Bienenbüttel ist der Großteil der Mitarbeiter jedoch schon längst geimpft. © Christoph Schmidt/dpa

In etwa eineinhalb Monaten greift die Impfpflicht für alle Berufstätigen im Gesundheitswesen, vom Zahnarzt bis zum Altenpfleger. Die AZ hat sich aus diesem Grund bei zwei Pflegeheimen in der Gemeinde Bienenbüttel erkundigt: Hat die Maßnahme bereits jetzt Auswirkungen auf den Betriebsablauf?

Bienenbüttel / Hohenbostel - Für Hardy Schlack, Leiter des Wohn- und Pflegeheims Haus Hoheneck in Hohenbostel, ergibt sich aus der Impfpflicht kein konkreter Handlungsbedarf – zumindest nicht mehr zum jetzigen Zeitpunkt.

Nach seinen Angaben sei unter den insgesamt 25 angestellten Mitarbeitern tatsächlich eine Person gewesen, die die Impfung abgelehnt habe und daher nach den in März in Kraft tretenden Regelungen meldepflichtig gewesen wäre. „Ich hätte die natürlich nach Hause geschickt“, sagt Schlack, „aber die Frage stellt sich jetzt nicht mehr. Dem Wohnheimleiter zufolge hat sich der- oder diejenige vor Kurzem mit dem Coronavirus infiziert. Nach einer überstandenen Infektion gilt die Person nun als genesen, sie ist von der Impfpflicht ausgenommen.

Schlack selber hält die Einführung der Impfpflicht in „einem hochsensiblen Bereich mit vulnerablen Menschen“ für sehr sinnvoll. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Verantwortung, die die Mitarbeitenden im Umgang mit den pflegebedürftigen Menschen tragen. Aufzwingen will er seine Meinung aber keinem, da er mittlerweile festgestellt habe, dass er durch fortwährende Diskussionen keinen Sinneswandel herbeiführen könne. Dafür habe er aber bei einem Mitarbeiter beobachtet, dass sich dieser nach langer Zeit doch noch für eine Impfung entschieden habe. „Ob der Druck zu groß wurde, kann ich nicht einschätzen, sagt Schlack und bleibt bei seiner Linie: „Ich rede da nicht drüber.“

Auch der Leiter des Senioren- und Pflegeheims Haus Ilmenau in Bienenbüttel, Jörg Lucchesi, hält das Thema Corona-Impfung für Privatsache. Er meint: „Das muss jedem selber überlassen sein.“ Seine Mitarbeiter haben sich allesamt für eine Impfung entschieden – auch ohne Impflicht. „Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass sich jemand bei uns dagegen auflehnt“, erklärt Lucchesi.

Während sich die Situation im Hinblick auf das vorhandene Personal glücklicherweise relativ entspannt gestalte, erschwere sie die ohnehin schon mühevolle Rekrutierung von neuem Personal jedoch noch einmal deutlich, gibt der Heimleiter zu bedenken. Im Gegensatz zu Personen, die schon vor dem 15. März in den Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen arbeiten, ist eine Einstellung ohne entsprechenden Nachweis ab Inkrafttreten der Impfpflicht dann nicht mehr möglich.

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