Gemeinde reagiert auf höhere Kita-Anmeldungen

Bienenbütteler Kindersegen: Alte Krippe wird reaktiviert

Vor einem Jahr: Klara an ihrem ersten Tag in der neuen Krippe am Bienenbütteler DRK-Kindergarten. Jetzt wird der Altbau gebraucht, um noch mehr Kleinkinder unterzubringen.
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Vor einem Jahr: Klara an ihrem ersten Tag in der neuen Krippe am Bienenbütteler DRK-Kindergarten. Jetzt wird der Altbau gebraucht, um noch mehr Kleinkinder unterzubringen.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Bienenbüttel. Es ist noch kein ganzes Jahr her, seit die neue Krippe am Bienenbütteler DRK-Kindergarten in Betrieb genommen wurde. Mit dem Neubau für zwei Gruppen reagierte die Gemeinde auf steigende Anmeldungen für unter Dreijährige.

Jetzt arbeiten die Maler im alten Krippen-Bau, der eigentlich abgerissen werden sollte. Er wird gebraucht: Zum neuen Kindergartenjahr wird es voraussichtlich eine dritte Krippengruppe und zehn zusätzliche Ganztagsplätze im Kindergarten geben. Der Grund sind unerwartet gestiegene Anmeldezahlen. Mit der neuesten Entwicklung wird sich auch der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. Juni, beschäftigen. Die Sitzung beginnt um 19. 30 Uhr im Mühlenbachzentrum im Rathaus.

Laut Gemeindeverwaltung ergab sich bei der Auswertung aller Anträge, dass zum 1. August elf Ganztagsplätze im Kindergarten fehlen. Richtig angespannt ist die Situation im Krippenbereich: Hier fehlen insgesamt 21 Plätze.

„Diese Entwicklung war nicht absehbar“, heißt es in der Verwaltungsvorlage, die auch die Anmeldezahlen der Krippen in den Vorjahren auflistet. Gab es 2015 32 Anmeldungen, waren es 2016 bereits 40. 2017 gingen nun 50 Anträge ein. „Diese Entwicklung“, so die Verwaltung, „geht nicht auf die Siedlungsentwicklung zurück. Vielmehr ist dies auf die veränderten gesellschaftlichen Entwicklungen zurückzuführen.“

Hinzu kommt, dass die Großtagespflege Spatzennest in Steddorf zum 31. Juli schließt, weil die Räume gekündigt wurden. Gemeinde und Kinderhof Steddorf prüfen, ob dort eine weitere Krippe eingerichtet werden kann.

Für die Gemeinde bedeuten die Maßnahmen am DRK-Kindergarten, mit denen sie den Rechtsanspruch auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz erfüllt, Mehrkosten in Höhe von 82 000 Euro. Parallel soll geprüft werden, ob Räumlichkeiten für eine dritte Krippengruppe am DRK-Kindergarten gebaut werden.

Das DRK hat sich auf die neue Lage bereits eingestellt. „Wir haben das Glück, dass eine Mitarbeiterin aus der Elternzeit kommt und für die anderen zwei neuen Stellen stellen wir zusätzliches Personal ein“, berichtet Maren Kurpierz, DRK-Fachberaterin für Kindertagesstätten. Parallel wird die alte Krippe wieder hergerichtet. „Natürlich sind die Fenster nicht mehr so dicht wie in einem Neubau, aber einer Nutzung als Krippe steht nichts im Wege“, betont Maren Kurpierz. Überhaupt sieht sie die Situation nicht als Krisenfall: „Eigentlich ist es ja eine erfreuliche Entwicklung, dass wir mehr Kinder haben und dass der Betreuungsbedarf wächst.“

Von Gerhard Sternitzke

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