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Ukraine-Krieg: Bienenbütteler Imbissbetreiber spricht über Produktknappheit

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Von: Jannis Wiepcke

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Zahrab Alak  bei der Arbeitet im Imbiss
Zahrab Alak betreibt in Bienenbüttel den Imbiss „Grill-Haus“. Die Auswirkungen der Hamsterkäufe infolge des Ukraine-Krieges bekommt auch er zu spüren. © Privat

Wegen des Krieges in der Ukraine gehen in den Supermärkten viele Lebensmittel zur Neige. Wie gehen Imbissbetreiber mit der Situation um?

Bienenbüttel - Man stelle sich mal vor: Man geht in die Imbissbude des Vertrauens, bestellt „einmal Pommes Rot-Weiß“ und alles was dann auf dem Teller landet, sind ein Klecks Mayonnaise und ein Spritzer Ketchup. Das Szenario ist zwar ziemlich überspitzt, doch angesichts der aktuellen Knappheit an Speiseölen ist die Sorge, bestimmte Produkte bald nicht mehr anbieten zu können, für viele Betriebe real. Davon weiß auch Zahrab Alak zu berichten, der das „Grill-Haus“ in Bienenbüttel betreibt.

Die wichtigste Nachricht zuerst: „Pommes gibt es noch“, verkündet Alak. Während mittlerweile so gut wie gar kein Speiseöl – und wenn nur „tropfenweise“ – zur Verfügung stehe, mache er sich noch keine Sorgen um die Zubereitung des Kartoffelsnacks, da er hierfür Frittierfett verwende. Langsam gehe aber auch dieses Produkt zur Neige– eine sichere Aussicht, wann mit Nachschub zu rechnen sei, gebe es nicht.

Bereits jetzt muss der Imbissbudenbetreiber an anderer Stelle kreativ werden: Kartoffeln werden bei ihm nun nicht mehr mit Öl zubereitet, sondern einfach in den Backofen geschoben. Völlig unabhängig von der Ölverfügbarkeit mangelt es zudem an anderen Beilagen wie Reis und Nudeln, die aufgrund der Hamsterkäufe infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine knapp geworden sind. Zuletzt konnte Zahrab Alak gerade einmal zwei Tüten Nudeln im Supermarkt ergattern. Das reicht für den regulären Betrieb natürlich nicht aus.

Die laufenden Ausgaben müssen aber trotzdem gedeckt werden – wie reagiert der Imbissbudenbetreiber also? Streicht er Produkte von der Karte oder erhöht er die Preise? „Die Preise müssen wir sowieso erhöhen“, sagt Alak. Das sei notwendig, da sich auch die Preise für die Großzahl der benötigten Lebensmittel um zwanzig bis dreißig Prozent erhöht haben. Mehr Sorgen als die Kostensteigerung bereitet Alak aber auf jeden Fall die zunehmende Ressourcenknappheit. Schließlich sind es eher die kleineren Gerichte als die großen Grillteller, mit denen der Bienenbütteler Imbissbetreiber seinen Lebensunterhalt finanziert. „Noch geht es, aber wir laufen langsam auf die Kante zu“, berichtet Zahrab Alak.

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