Ein Unfall und seine Folgen

Der Bienenbütteler Hartmut Brümmer präsentiert „Unkenstimmen“

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An „Unkenstimmen“ hat Hartmut Brümmer gut zwei Jahre gearbeitet. Jetzt hat der Bienenbütteler seinen ersten Roman bei einer Lesung vorgestellt. 

Bienenbüttel – Es ist eine Premiere. Und die wird in Bienenbüttel gewürdigt. Mit Häppchen, Schnittchen und einem guten Glas Wein. Der Kulturverein hat gemeinsam mit der Gemeindebücherei in die Räumlichkeiten eingeladen.

Und Hartmut Brümmer greift zu seinem ersten Roman mit dem Titel „Unkenstimmen“.

Vergleichsweise leise, aber präzise liest der Autor gut eineinhalb Stunden aus seinem Erstlingswerk. Brümmer, der bisher vor allem Tagebücher, Kurzgeschichten und Gedichte schrieb, ist selbst Bienenbütteler und Pensionär. Der gelernte Dolmetscher und Übersetzer für Russisch hat dabei jugendlichen Beistand. Das Gitarren-Ensemble Bienenbüttel mit Justus, Mara, Svenja und Max umrahmt die Lesung mit klassischer Gitarrenmusik.

Im Eigenverlag ist sein Band „Unkenstimmen“ im Mai erschienen. Erhältlich nicht im Buchhandel, sondern nur bei Amazon und für Kindle. „Unkenstimmen“ hat dabei auch eine gesellschaftliche Botschaft, driftet die Romanfigur Bruno, der beste Freund des Hauptprotagonisten Edgar, doch nach rechts ab. „ ,Unkenstimmen‘ heißt dann auch: Leute, passt auf, was die Menschen so von sich geben“, sagt Brümmer vor der Lesung. Und entführt die Zuhörer, am Schicksal einer Kleinfamilie teilzuhaben.

Denn als Edgars Frau Luise mit der kleinen Tochter Lotte bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen („Unverwandt starrte er auf die Narbe im Baumstamm.“), gerät Edgars doch weithin kleinbürgerliches Leben aus den Fugen.

Schlaflose Nächte und die Erkenntnis, dass „es nicht so weiterläuft, wie er sich das vorgestellt hat“, begleiten ihn. Die schlichte Nachricht vom Tod von Frau und Tochter will er nicht einfach hinnehmen. Steckt mehr hinter dem Verkehrsunfall? Er sucht Halt bei seinem alten Freund Bruno und geht später mit Ruth eine neue Beziehung ein.

Brümmer lässt in der Lesung seine Romanfiguren aufscheinen – und der Roman versucht, menschlicher Schwäche, Niedergeschlagenheit, Kindheitserfahrungen und Unvollkommenheit nachzuspüren. Es ist denn auch, der Lesung nach, ein etwas schwerblütiges Werk geworden. Nichts zum schnellen Schmökern am Badestrand. Wohl aber ein Buch, das die Stimmung des Herbstes im heimeligen Lesesessel trifft.

So ist „Unkenstimmen“ ein doch eindringliches Erstlingswerk geworden. Und so schnell wird wohl kein neuer Roman folgen. Denn zwei Jahre lang hat Brümmer daran gearbeitet. Und, wer weiß? Vielleicht schreibt er ja auch noch ein paar Kurzgeschichten.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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