Erste Arbeiten laufen – Zwist bleibt

Bienenbütteler Grüne werfen Investor an der Ebstorfer Straße Spekulationsgewinn vor

Das Gelände des alten Mühlenbachzentrums an der Ebstorfer Straße wird für die Bauarbeiten vorbereitet
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Auf dem Gelände des ehemaligen Mühlenbachzentrums an der Ebstorfer Straße haben die vorbereitenden Arbeiten begonnen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Die ersten vorbereitenden Arbeiten am lange brachliegenden Baugrundstück an der Ebstorfer Straße in Bienenbüttel haben bereits begonnen. Nach etwas mehr als fünf Jahren finden also Arbeiten auf dem Areal des ehemaligen Mühlenbachzentrums statt. Ende gut, alles gut? Für die Ratsfraktion der Grünen gilt das so nicht.

Bienenbüttel - Sie kritisiert, dass der bisherige Eigentümer Christoph Tieding jetzt den beabsichtigten Verkauf des Grundstücks im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss mitgeteilt hat.

„Es ist nicht irgendein Grundstück, um das es geht. Die Öffentlichkeit hat ein Interesse daran, informiert zu werden“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Reinhard Schelle-Grote. „Für viele Bürger ist diese Baugrube mitten im Ort doch ein andauerndes Ärgernis.“ Brisant sei für ihn das jetzige Vorgehen, weil in den vergangenen fünf Jahren nichts geschehen sei und die Verwaltung auch nicht auf die Einhaltung des Vertrages gepocht habe. Zudem habe es damals auch andere Interessenten für das Grundstück gegeben.

„Es ist gut, dass Herr Tieding sich jetzt dazu äußert, aber Details werden wieder nicht genannt“, sagt Schelle-Grote. Er sehe es auch kritisch, dass Tieding, der auch Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat ist, durch den Verkauf einen möglichen Spekulationsgewinn mit dem Grundstück einstreichen wird, während andere Interessenten beim Verkauf damals in die Röhre geguckt hätten.

„Keine Fraktion hatte beim Erwerb des Grundstücks gefordert, dass ich Eigentümer des Grundstücks bleiben soll“, erklärt hingegen Tieding auf Nachfrage der AZ. Dies wäre auch widersinnig, da er jetzt beim Bau der Immobilie an der Ebstorfer Straße genauso vorgehe wie er es auch bei seinem letzten Bauprojekt an der Bahnhofstraße getan habe. Auch dort habe er das ganze Projekt in Wohneigentum umgesetzt. „Der Vorwurf der Rendite ist allein aufgrund unseres Steuerrechts vollkommen absurd“, sagt Tieding.

Gewinne seien außerdem ein wichtiger Bestandteil der Wohlstandsgesellschaft und der sozialen Marktwirtschaft. „Nur der verdiente Euro lässt sich auch wieder für andere wichtige Dinge verteilen“, sagt Tieding. Er hätte sich gewünscht, dass die Grünen sein Angebot an die Fraktionen, alle zum Vorgang aufkommenden Fragen zu beantworten, auch in Anspruch genommen hätten.

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