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Jonas Otter aus Bienenbüttel gewinnt Landestitel des Deutschen Handwerks

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Von: Jannis Wiepcke

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Jonas Otter aus Bienenbüttel wickelt die Spule eines Elektromotors auf.
Für die AZ begibt sich Jonas Otter noch einmal in den Wettbewerbsmodus und wickelt die Spule eines Elektromotors auf. © Wiepcke, Jannis

Jonas Otter aus Bienenbüttel zählt zu den besten Nachwuchselektronikern aus ganz Deutschland. Der 23-Jährige hat sich beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks den Niedersächsischen Landestitel geholt.

Bienenbüttel/Uelzen - Jonas Otter aus Bienenbüttel ist gerade erst mit seiner Ausbildung fertig geworden – und hat doch schon ein wahres „Meisterstück“ hingelegt: Der 23-jährige hat sich im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks über die Kammer- und Landesebene bis hinauf zum Bundesentscheid gekämpft. Gelungen ist ihm das mit einem Mix aus großer Geschicklichkeit, weitreichendem technischen Verständnis und einem Quäntchen Glück.

Letzteres begleitet Otter schon seit seinem Berufseinstieg. Über eine Stellenanzeige der Agentur für Arbeit war er nach seinem Schulabschluss ganz zufällig in der Reperaturwerkstatt der Elektromotoren Müller GmbH in Uelzen gelandet. „Ich hatte einfach Lust auf etwas Handwerkliches. Für mich war das ein Nischenberuf und einfach mal etwas anderes“, erzählt der 23-Jährige über seine Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik.

Das technische Verständnis musste Otter sich hingegen erarbeiten. Der Bienenbütteler lernte in dreieinhalb Jahren unter anderem, wie man mechanische Bauteile wie Lager und Gehäuse anfertigt und sie mit elektronischen Steuereinheiten zu Motoren oder Antriebssystemen montiert. Die fertigen Systeme installiert er vor Ort, vernetzt und wartet sie. Hinzukommend nimmt Otter regelmäßige Inspektionen vor und geht Störungsursachen auf den Grund, um sie danach zu beheben.

Dass die Bewältigung dieser Aufgaben dem 23-Jährigen sehr gut gelingt, war schon während seiner Ausbildung aufgefallen. „Wenn alle Teile in der Praxis funktionieren, ist das schon mal eine gute Voraussetzung“, sagt Geschäftsführer und Ausbilder Friedhelm von Hörsten rückblickend über seinen Schützling. Im Leistungswettbewerb habe sich dieser dann aber noch einmal besonders geschickt angestellt und auch das nötige Fortune gehabt. Auf Landesebene hat sich der Bienenbütteler von Hörsten zufolge etwa mit einem knappen Vorsprung gegen zwei andere Mitbewerber durchgesetzt.

Doch worum ging es konkret bei den Leistungswettbewerben, für die sich Otter durch seine Abschlussprüfung qualifiziert hat? Genau wie Otters tägliches Arbeitsspektrum war das Anforderungsprofil breit aufgestellt: Kostenvoranschläge mussten erstellt, ein Stromlauf geplant und die vorbereitenden Spulen eines Elektromotors zu Ende gewickelt werden – zumindest auf Kammerebene. Beim Landesentscheid musste der Motor dann komplett ohne vorbereitende Maßnahmen gewickelt werden. „Da war ich dann schon etwas aufgeregter“, resümiert Otter. Eine ruhige und versierte Hand hat er dabei trotzdem behalten.

Was jetzt noch auf den 23-Jährigen wartet, ist der Bundesentscheid des Deutschen Handwerks in Oldenburg. Dabei geht es jedoch eher ums Prestige, denn neben seinem Ausbildungsabschluss hat sich Otter bereits eine Urkunde und ein Stipendium für seine Meisterausbildung gesichert. Letzteres ist für ihn „eine deutliche Erleichterung“, da er in geraumer Zukunft seinen Meister im Bereich Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik machen will.

Erst einmal möchte der junge Bienenbütteler nach seiner Ausbildung aber in seinem Betrieb weiter arbeiten und mehr Erfahrung sammeln. Sein Arbeitgeber darf sich also gleich doppelt freuen.

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