„Noch können wir es auffangen“

Bienenbütteler Feuerwehr: Keine Ausbildung wegen Corona – Wettkampf abgesagt

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Der Bienenbütteler Gemeindefeuerwehrtag – hier eine Szene von früheren Wettkämpfen – fällt aufgrund der Corona-Pandemie aus. Schwerer wiegt jedoch, dass auch die Aus- und Fortbildung aktuell komplett ruht.

Bienenbüttel – Der Gemeindefeuerwehrtag ist jedes Jahr der Höhepunkt für die Bienenbütteler Ortswehren. Die Wettkämpfe, deren Sieger sich für den Kreisentscheid qualifiziert, sollten am 20. Juni in Hohnstorf stattfinden. Daraus wird jedoch nichts.

Das Event ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden, wie Gemeindebrandmeister Dirk Giere auf AZ-Nachfrage bestätigt.

Er nennt im Kern drei Gründe für die Absage. Durch die Absagen des Kreis- und Landesentscheides entfalle die Möglichkeit, sich über den Gemeindewettkampf für die nächsthöhere Stufe zu qualifizieren. Zudem zähle der Gemeindefeuerwehrtag „in unseren Augen als größere Veranstaltung, und bei den Wettkämpfen kommen sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer eng zusammen“, erklärt Giere. Auch die Tatsache, dass der Übungsbetrieb der einzelnen Feuerwehrwehren komplett auf Eis liegt, habe zu der Entscheidung beigetragen.

Aktuell keine Aus- und Fortbildung

Doch nicht nur der Übungsbetrieb fällt aus, auch sämtliche Aus- und Fortbildungen. „Das wiegt ungleich schwerer als die paar ausgefallenen Jahresversammlungen“, betont der Bienenbütteler Gemeindebrandmeister. Aktuell könne man diesen Ausfall noch kompensieren und zehre von der Erfahrung und dem Know-how der Feuerwehrleute. Doch gerade im Bereich der Atemschutzgeräteträger seien regelmäßige Wiederholungsübungen und gesundheitliche Untersuchungen von großer Bedeutung: „Die Situation darf jetzt nicht mehr lange so bleiben, sonst verlieren wir eventuell einsatzbereite Atemschutzgeräteträger“, mahnt Giere.

Eigentlich müssen Atemschutzgeräteträger mindestens einmal im Jahr in die Übungsstrecke, bestätigt auch Stefan Stanke, Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Uelzen und Kreisausbildungsleiter der Feuerwehr. „Aber es gibt dort von der Feuerwehr-Unfallkasse erste Anpassungen.“ So sei es im Zuge der Corona-Pandemie möglich, auch Atemschutzgeräteträger einzusetzen, die die Frist überschritten haben, wenn nicht genügend Kräfte vorhanden sind.

Bis auf einige Online-Angebote einzelner Feuerwehren ruhe die Ausbildung derzeit komplett, betont Stanke. „Noch können wir es auffangen, wenn wir davon ausgehen, dass es bis zu den Sommerferien so bleibt und wir danach wieder ausbilden dürfen.“ Viel länger dürfe die Situation aber auch seiner Meinung nach nicht so anhalten. „Klar ist auch, dass die Ausbildung nicht in der gewohnten Form stattfinden wird“, blickt der Kreisausbildungsleiter voraus. Man werde in kleineren Gruppen arbeiten, sich strikt an Hygiene- und Abstandsvorschriften halten.

In Bienenbüttel soll die nächste Grundausbildung für neue Mitglieder planmäßig im Herbst beginnen, erklärt Giere: „Wir hoffen, dass das klappt.“

VON FLORIAN BEYE

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