1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Bienenbüttel/Lüneburg

Bienenbütteler Bau- und Umweltausschuss berät über Stromausschreibung

Erstellt:

Von: Jannis Wiepcke

Kommentare

Stecker wird in Steckdose gesteckt
Neben den Beratungen zur Stromvariante muss sich der am morgigen Donnerstag tagende Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Bienenbüttel in diesem Jahr auch für eines von zwei Ausschreibungsmodellen aussprechen. © Sina Schuldt

Alle zwei Jahre nimmt die Gemeinde Bienenbüttel an einer Stromausschreibung der Kommunalen Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft teil. Da diese zum Jahresende ausläuft, muss sie sich bald für eine Stromvariante entscheiden.

Bienenbüttel - Normalstrom oder Ökostrom ? Die Gemeinde Bienenbüttel muss sich wieder entscheiden, da der Lieferzeitraum der jetzigen Stromausschreibung zum Ende des Jahres ausläuft. Zeitnah hat sie der Kommunalen Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft (KWL) mitzuteilen, für welche Stromvariante sie sich für den nächsten Lieferzeitraum bis Ende 2024 entscheidet. Für die Verwaltung ist die Angelegenheit eindeutig, in Teilen des Bau- und Umweltausschusses hegt sich jedoch Widerstand.

Klar ist: Ökostrom würde die Gemeinde teurer zu stehen kommen als Normalstrom. Von 2017 bis 2021 sind für Ökostrom laut Beschlussvorlage stets Mehrkosten im Bereich von 0,1 bis 0,4 Cent pro Kilowattstunde angefallen. Bei einem angenommenen Stromverbrauch von etwa 1,4 Millionen Kilowattstunden aus den Verbrauchsdaten von 2020 und dem Erfahrungswert von 0,15 Cent pro Kilowattstunde von 2021 betragen die Mehrkosten somit rund 2510 Euro jährlich.

Uneinigkeit herrscht nun jedoch über die Frage, ob diese Mehrkosten in Anbetracht eventueller Vorteile für die Gemeinde verkraftbar wären. Die Bienenbütteler Verwaltung beruft sich in der Beschlussvorlage auf ihre Verpflichtung zur wirtschaftlichen Haushaltsführung und spricht sich deshalb klar für den billigeren Normalstrom aus. Rückendeckung bekommt sie dabei von CDU-Ausschussmitglied Christopher Tieding, der die Ökostrom-Variante sogar für „kontraproduktiv“ befindet. Tieding und die CDU/FDP-Gruppe empfehlen, den als Normalstrom bezeichneten Strommix beizubehalten, der im Jahr 2020 zu fast 56 Prozent aus erneuerbaren Energien bestand. Tieding meint, dass vielen Menschen in der Debatte gar nicht bewusst sei, dass beispielsweise auch Windenergie zu großen Teilen in den Normalstrom eingespeist werde.

Deutlich anderer Meinung ist Grünen-Ausschussmitglied Reinhard Schelle-Grote, der von einer ärgerlichen Diskussion spricht. „Das muss man wuppen können“, meint Schelle-Grote und bezieht sich auf die seiner Meinung nach nur geringfügig höheren Kosten der Ökostromvariante. Er macht deutlich, dass die Gemeinde eine Vorbildfunktion habe, was den Klimaschutz anbetreffe. Mit dieser sei die Nutzung von Normalstrom unvereinbar.

KA-Ausschussmitglied Mathias Jeßen teilt indes mit, dass auch die Wählergemeinschaft die Ökostromvariante befürworte, da man die Kostenerhöhung angesichts der ökologischen Vorteile für verkraftbar und generell für geringfügig halte.

Neben der Stromvariante muss sich der am Donnerstag tagende Bau- und Umweltausschuss in diesem Jahr auch für eines von zwei Ausschreibungsmodellen aussprechen. Die von der KWL vorgenommene Aufteilung liegt laut der Bienenbütteler Verwaltung in der unsicheren Strompreislage begründet: Da sich der Strompreis im vergangenen Jahr seit Jahresanfang mehr als verdoppelt habe, könne laut der KWL keine Prognose abgegeben werden, wie dieser sich in den nächsten Monaten entwickeln werde. Die beiden Ausschreibungsvarianten unterscheiden sich deshalb in der Dauer des angebotenen Lieferzeitraums.

Auch interessant

Kommentare