Flexibles Angebot: Einheitsgemeinde ändert Kindergartenstruktur und richtet Krippenplätze ein

Bienenbüttel zahlt für Nachwuchs

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Grundlagen gelegt: So wie die Kinder des evangelischen Kindergartens in Bienenbüttel ihre Sätzlinge pflegen, legen die Politiker derzeit die Grundlage für die Betreuung der Jüngsten.

Bienenbüttel. Rund 35 000 Euro will Bienenbüttel kommendes Jahr in den Umbau des evangelischen St. -Michaelis Kindergartens investieren – damit dann auch Krippenkinder in der Einrichtung spielen dürfen.

Eine Gruppe für Bienenbüttels unter Dreijährige besteht bereits im DRK-Kindergarten. Die geforderte 35-prozentige Beteuungsquote, die von August 2013 an Pflicht ist (die AZ berichtete), wäre mit der zweiten in der Einheitsgemeinde sicher gestellt. Stemmen muss die Gemeinde die Investition alleine – denn Zuschüsse gibt es für Umbauten vom Land Niedersachsen nicht.

Im März hatte Bienenbüttel Zuschüsse für die Einrichtung weiterer Krippenplätze beim Kultusministerium beantragt. Inzwischen scheint klar: Aufgeteilt wird der 53 Millionen große Kuchen, den das Land an Fördermitteln bereit stellt, unter Kommunen, die für die Einrichtung jedes Krippenplatzes mehr als 7000 Euro ausgeben. Günstigere Versionen – wie die in Bienenbüttel – gehen leer aus (siehe Seite 1). Ein Prozedere, das für Unmut sorgt: „Wir wären ja mit geringeren Fördersummen für unseren Umbau zufrieden. Die derzeitigen Richtlinien verstehe ich nicht. Da wird man ja quasi zum Neubau verleitet“, sagt Bienenbüttels Bürgermeister Heinz-Günter Waltje. Andere Fördertöpfe gebe es für die Einrichtung von Krippenplätzen derzeit nicht.

Neben der Aufstockung der Krippenplätze hat sich der Sozialausschuss Bienenbüttels auch für die Erweiterung des Kindergartenangebotes ausgesprochen. Aufgrund einer Elternbefragung, die die Gemeinde zusammen mit Grundschule und Kindergarten durchgeführt hat, sollen die Betreuungszeiten flexibler gestaltet werden – und das schon zum kommenden Kindergartenjahr. „Es war eindeutig, dass die Betreuungszeiten an die Bedürfnisse der Eltern angepasst werden müssen“, erklärt Waltje. So würden manche Eltern einige Tage in der Woche nur halbtags, andere den ganzen Tag arbeiten. Dementsprechend müssten neben den Kindergartenkernzeiten Optionen für die Eltern geschaffen werden. Künftig sollen die Kinder im DRK-Kindergarten beispielsweise bis 14.30 Uhr betreut werden können.

Insgesamt würden der Gemeinde Bienenbüttel hinsichtlich der strukturellen Veränderungen bei den beiden Kindergärten in diesem Jahr rund 31 000 Euro Mehrkosten entstehen. Diese errechnen sich aus den Mehrstunden, die Erzieher in den Einrichtungen zubringen. Bauliche Maßnahmen sind bei den Bienenbütteler Kindertagesstätten in diesem Jahr nicht vorgesehen.

Von Wiebke Brütt

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