Grüne kritisieren Entscheidung für großes Baugebiet in Steddorf / Warnung vor zusätzlichen Kosten

Bienenbüttel soll kein Schlafort werden

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So wie vorher im Steddorfer Wellbruch II sollen auch im Kuhlfeld neue Häuser entstehen. Die Grünen kritisieren die Entscheidung.

stk Bienenbüttel. Wie viele neue Häuser verträgt Bienenbüttel? Der Bauausschuss hat empfohlen den Flächennutzungsplan zu ändern, um den Weg für Neubauten in Steddorf und in Edendorf freizumachen – obwohl der Landkreis deutliche Bedenken hat.

Das kritisieren jetzt die Grünen, die mit Nein gestimmt haben.

„Das Raumordnungsprogramm fordert eine Entwicklung der Kernorte und möchte eine weitere Zersiedelung und Versiegelung von Flächen verhindern“, erläutert Fraktionschef Reinhard Schelle-Grote. „Diesen Ansatz können wir als grüne Partei nur unterstützen.“

Von zehn Hektar Land des Baugebiets Kuhlfeld in Steddorf, wo 50 Häuser entstehen sollen, werde die Hälfte, fünf Hektar, durch Gebäude, Wege und Straßen versiegelt, rechnet Schelle-Grote vor. Hinzu komme der Verkehr der zusätzlichen Bürger, wodurch zusätzliche Klimabelastungen erzeugt würden.

Der Landkreis habe in seiner Stellungnahme ausgeführt, dass eine Entwicklung zu Schlaforten nicht gewünscht sei. „Bienenbüttel ist aber schon stark auf dem Weg zu dieser Entwicklung“, findet Schelle-Grote. „Dörfliche Srukturen, von denen die Planerin gesprochen hat, können wir in den neu geschaffenen Baugebieten nicht erkennen.“

Kritik äußern die Grünen auch an der Zielmarke von 7500 Einwohnern. Um 25 Bauplätze pro Jahr soll die Gemeinde wachsen. „Diese Zahl entspricht den Vorstellungen und Vorgaben von Unternehmen bei der möglichen Ansiedlung von Filialen von Drogerieketten und ähnlichem“, betont Schelle Grote. „Das bedeutet, dass wir die Siedlungsentwicklung nach den Vorstellungen von Unternehmen ausrichten? Beteiligen sich diese dann auch an den in der Folge steigenden Kosten für die Infrastruktur?“, fragt er. Schon heute liege der Anteil der Kosten für die Kinderbetreuung deutlich höher als in vergleichbaren Gemeinden.

Die Grünen halten den eingeschlagenen Weg in der Siedlungsentwicklung in Bienenbüttel für falsch – und hoffen darauf, dass der Landkreis als Genehmigungsbehörde Korrekturen fordert.

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