„Mobiles Leben gewohnt“

Bienenbüttel: Platzwart sieht keine Gefahr, wenn die Ilmenauhalle ganz schließt

Selbst wenn die Wohnmobilisten sich nicht mehr im Bistro versorgen und eines Tages nicht mehr die Sanitäranlagen in der Ilmenauhalle nutzen können, sieht der Platzwart keine Gefahr für den Wohnmobilstellplatz an sich. Die Individualisten seien „mobiles Leben gewohnt“, sagt er.
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Selbst wenn die Wohnmobilisten sich nicht mehr im Bistro versorgen und eines Tages nicht mehr die Sanitäranlagen in der Ilmenauhalle nutzen können, sieht der Platzwart keine Gefahr für den Wohnmobilstellplatz an sich. Die Individualisten seien „mobiles Leben gewohnt“, sagt er.

Bienenbüttel – Ist der Wohnmobil-Stellplatz in Bienenbüttel in Gefahr, wenn die benachbarte Ilmenauhalle ganz schließt oder abgerissen wird? „Auf keinen Fall“, sagt Platzwart Christian Friedrich.

Christian Friedrich, Platzwart in Bienenbüttel.

Selbst wenn sich die Wohnmobilisten ab Januar nicht mehr im Café-Bistro versorgen können, das demnächst schließt, und selbst wenn sie die Sanitäranlagen in der Ilmenauhalle irgendwann nicht mehr nutzen können, gehe das Leben auf der Anlage weiter. Friedrich verweist auf Container, die aufgestellt werden könnten, wie es anderswo auch ist – die Gemeinde hat hierfür im Haushalt 2020 100 000 Euro vorgesehen. Und überhaupt seien die Camper „mobiles Leben gewohnt“. Sie könnten auch ohne solche Angebote in unmittelbarer Nähe auskommen.

Erst einmal schließt nur das Café und Bistro (AZ berichtete). Ob und wann die Sanitäranlagen folgen, ist derzeit noch unklar. Fest steht aber, dass die marode Halle, Baujahr 1974, ein Auslaufmodell ist. Wegen Wasserschäden in der Decke war das Spielfeld im April dieses Jahres gesperrt worden, nun kündigte die Gemeinde den Pachtvertrag für das Bistro. 2020 soll die Planung für ein neues Mehrzweckzentrum anlaufen, in drei bis vier Jahre soll es stehen.

Den Caravan-Stellplatz selbst halten Wohnmobilisten für ideal. In der Regel sind es Rentner, die Ruhe suchen und in der Lüneburger Heide finden. Viele haben Hunde, die sie entlang der Ilmenau ausführen können. Spazierengehen, Fahrradfahren – auch das können Individualisten dort. Bäume bieten Schatten, wenn es im Sommer gar zu sonnig ist, und die Umgebung bietet viele Möglichkeiten für Ausflüge.

Platzwart Friedrich weiß genau, was seine Kundschaft sucht. Schließlich lebt er selbst das ganze Jahr über in einem Wohnmobil auf dem Bienenbütteler Stellplatz. Seit viereinhalb Jahren ist er bei der Gemeinde angestellt und hat auf dem Platz alles im Blick. Aktuell sind zwar nur wenige Wohnmobile auf dem Platz, aber im Sommer konstant mehr als zehn, an den Wochenenden bis zu 25, berichtet Friedrich.

VON ULRIKE MEINEKE

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