Bauplätze sind zu groß

Bienenbüttel: Kreisverwaltung kritisiert überdimensionierte Grundstücke im Steddorfer Kuhlfeld

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Gleich gegenüber von den neuen Häusern im Steddorfern Wellbruch II plant die Gemeinde Bienenbüttel 55 Grundstücke im Kuhlfeld. Die Kreisverwaltung moniert den Flächenverbrauch durch Größen von über 1.000 bis 3.600 Quadratmeter. 

Bienenbüttel-Steddorf. 55 Bauplätze, Einfamilienhäuser mit ein und zwei Geschossen, zur Straße hin auch Doppelhäuser: Das sind die Eckdaten für ein neues Baugebiet in Steddorf, das Kuhlfeld (AZ berichtete).

Die Kartoffeln sind auf dem Feld gegenüber vom letzten Neubaugebiet Wellbruch II abgeerntet. Die Gemeinde Bienenbüttel möchte so schnell wie möglich wieder Grundstücke für Neubürger anbieten. Doch der Landkreis hat Vorbehalte gegen die Planung. Sie wird am Donnerstag, 25. Oktober, im Bauausschuss vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 18.45 Uhr im Mühlenbachzentrum im Rathaus.

Die Kritik entzündet sich unter anderem an der Größe der Grundstücke, eine Bienenbütteler Besonderheit. Die Gemeinde möchte auf diese Weise angesichts vieler neuer Häuser den dörflichen Charakter von Steddorf wahren. Von über 1.000 bis fast 3.600 Quadratmeter sollen die Grundstücksgrößen reichen. Der Landkreis moniert dagegen einen unverhältnismäßigen Flächenverbrauch – auch angesichts der Tatsache, dass in Bienenbüttel bekanntlich ein dringender Bedarf an Bauplätzen besteht.

„Die geplanten Grundstücksgrößen sind nicht nachvollziehbar. Sie widersprechen dem in Paragraf 1a Absatz 2 Baugesetzbuch verankerten sparsamen und schonenden Umgang mit Grund und Boden und führen zu zusätzlicher Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelung“, heißt es in der Stellungnahme. „Der städtebauliche Entwurf und die Grundstücksgrößen sollten überdacht werden.“ Die Gemeinde befürchtet dagegen, dass mehr Häuser auf gleicher Fläche der Siedlung einen städtischen Charakter geben würden.

Der Landkreis hatte der Gemeinde bereits im Flächennutzungsplanverfahren aufgegeben, zunächst ein Siedlungskonzept für das gesamte Bienenbütteler Gemeindegebiet vorzulegen. Der Rat hatte dagegen Steddorf vorgezogen, bevor das Ergebnis des Arbeitskreises Flächennutzungsplan vorliegt, um kurzfristig Bauland zu schaffen.

Allerdings ist weiterhin nicht entschieden, ob dafür ein Teil der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Süsing herausgenommen wird. Die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis geht zudem davon aus, dass die vorgesehene Ausgleichsfläche als Kompensation für Heidelerche, Feldlerche und Rebhuhn nicht geeignet ist. Die Pflanzstreifen seien mit zehn Metern zu schmal. Und das Regenrückhaltebecken könne nicht auf einer Ausgleichsfläche angelegt werden.

Von Gerhard Sternitzke

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