Gemeinde stellt Härtefallantrag

Bienenbüttel kann Kosten für Kindertagesstätten nicht decken

Vier Kindertagesstätten gibt es in Bienenbüttel. Für ihren Betrieb muss die Gemeinde 1,3 Millionen Euro zuschießen und hat jetzt Gelder aus dem Härtefallfonds des Landes beantragt.
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Vier Kindertagesstätten gibt es in Bienenbüttel. Für ihren Betrieb muss die Gemeinde 1,3 Millionen Euro zuschießen und hat jetzt Gelder aus dem Härtefallfonds des Landes beantragt.

Bienenbüttel – Vier Kindertagesstätten gibt es in Bienenbüttel. Das Angebot reicht vom Waldkindergarten in Grünhagen über die Kindertagesstätten von DRK und Kirche bis zum Kinderhof in Steddorf.

Das lässt sich die Einheitsgemeinde 2020 voraussichtlich insgesamt 1,3 Millionen Euro kosten. Das wurde jetzt im Sozialausschuss bekanntgegeben. Da die Gemeinde die Kosten nicht komplett decken kann, hat sie jetzt einen sogenannten Härtefallantrag beim Land gestellt.

Doch die Hoffnung, die beantragten 77.000 Euro oder nur einen Teil der Gelder wirklich zu bekommen, ist laut Bürgermeister Dr. Merlin Franke nicht besonders groß. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund gehe davon aus, dass die verfügbaren Gelder um das doppelte überzeichnet sind. „Wenn wir Glück haben, kriegen wir einen Teil, aber nicht alles“, sagte Franke. Daher seien die Gelder gar nicht erst einkalkuliert worden.

Diese Unsicherheit führt auch dazu, dass der Bürgermeister beim Thema Erhöhung der Leitungs- und Verfügungsstunden des St.-Michaelis-Kindergartens mahnt, sich die Sache genau zu überlegen. Fachlich sei es sicherlich sinnvoll und richtig, nur fehle das Geld, um auch bei den anderen Kindergärten das gleiche zu machen und grob geschätzt 75.000 Euro aufzubringen. Heiner Scholing (Grüne) stimmte zu und sagte: „Das ist die Kehrseite der Beitragsfreiheit. Für die Verbesserung der Betreuung und Pädagogik fehlt das Geld, weil die Kommunen vom Land allein gelassen werden.“

„Die Vielfalt des Angebots macht unseren Ort attraktiv“, sagte Mathias Jeßen (KA). Das lasse man sich auch einiges kosten. Daher sei es wichtig, genau hinzuschauen und Dinge, die Sinn machen, umzusetzen. „Es ist viel Geld. Aber auch viel, was hier geleistet wird“, meinte auch der Ausschussvorsitzende, Gabriel Siller (SPD).

Auch bei den Kita-Gruppen wird sich im nächsten Kindergartenjahr etwas tun. Laut dem zuständigen Verwaltungsmitarbeiter Heinz-Georg Pochanke wird im St.-Michaelis-Kindergarten mangels Bedarf keine Integrationsgruppe eingerichtet. Anstatt einer 18-köpfigen Gruppe steht somit eine 25-köpfige zur Verfügung. Aber: „Das kann alles schon im nächsten Jahr anders aussehen und wir brauchen die Integrationsgruppe wieder“, erklärte Pochanke. Außerdem laufe die Genehmigung für eine zusätzliche Zehner-Gruppe aus. Er gehe zurzeit aber davon aus, dass man sie weiter brauchen wird.

Außerdem soll 2020 ein Gutachten zu den Kindertagesstätten der Gemeinde vorliegen, kündigte Bürgermeister Franke an.

VON LARS LOHMANN

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