„Für Bienen ist das einfach Gift“

Bienenbüttel: Grüne wollen Schottergärten in zukünftigen Baugebieten verbieten

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Schottergärten und zugepflasterte Gärten werden in Deutschland immer beliebter. Die Bienenbütteler Grünen wollen ein Verbot dieser Gärten bei neu ausgewiesenen Baugebieten.

Bienenbüttel – Für die einen sind sie ungeheuer praktisch, weil das lästige Rasenmähen und die Pflege der Beete wegfällt. Für die anderen sind Schottergärten einfach nur hässlich und treten den Umweltgedanken mit Füßen.

Die Bienenbütteler Grünen wollen jetzt erreichen, dass die Gemeinde bei neuen Baugebieten ein Verbot von Schottergärten festsetzt.

„Leider nimmt die Zahl der Schottergärten immer mehr zu. Dabei sind sie einfach nur schlecht für die Umwelt“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Reinhard Schelle-Grote, auf Nachfrage der AZ. So werde mit Flies unter den Steinen zusätzliche Grundstücksfläche versiegelt. Außerdem könnten Vögel und Insekten in einer solchen Steinwüste keine Nahrung finden. „Für Bienen ist das einfach nur Gift“, sagt Schelle-Grote. Daher sollte seiner Meinung nach unbebaute Flächen auch grün sein, um Bienen und Co. Lebensraum bieten zu können. Nur weil ein Schottergarten vermeintlich wenig Arbeit mache, müsse das keine gute Lösung sein. „Ich finde es einfach nur gruselig“, sagt er.

Schelle-Grote glaubt, dass die anderen Parteien im Gemeinderat und die Verwaltung den Schottergärten skeptisch gegenüber stehen. Den ersten Entwurf der Verwaltung, bei jedem neuen Baugebiet über ein Verbot der Schottergärten im Einzelfall zu entscheiden, empfindet Schelle-Grote aber als nicht weit genug gefasst. Man sollte den Mut haben, diese Art von Gärten in Zukunft bei neuen Baugebieten schon generell auszuschließen. Es sollte deutlich werden, dass man diese Gärten grundsätzlich nicht wolle.

Laut Schelle-Grote hat auch die niedersächsische Landesregierung in einer Antwort auf eine kleinen Anfrage der Grünen die Auffassung vertreten, dass nicht bebaute Flächen von Baugrundstücken laut niedersächsischer Bauverordnung Grünflächen sein müssen. In der Antwort heißt es, dass „Plattenbelege, Pflasterungen und dergleichen allenfalls zu den Grünflächen zu zählen sind, wenn sie eine schmale Einfassung von Beeten usw. darstellen.“ Steinflächen aus Gründen der Gestaltung oder leichteren Pflege seien zudem nur in geringem Maße zulässig.

VON LARS LOHMANN

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