Verdächtiger ist polizeibekannt

Nachbarn hörten Schussgeräusche: Großeinsatz in Bienenbüttel

Mehrere Polizeifahrzeuge stehen Mittwoch im Bereich Weite Welt in Bienenbüttel.
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Im Bereich „Weite Welt“ in Bienenbüttel kam es Mittwoch zu einem Polizeieinsatz.
  • Florian Beye
    vonFlorian Beye
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Der Anruf bei der Polizeidienststelle in Bienenbüttel ging um 10.30 Uhr ein: Aus einem Dachfenster eines Wohngebäudes sei ein Schuss abgegeben worden.

  • Schussgeräusch in Bienenbüttel löst Großeinsatz von DRK und Polizei aus.
  • Polizeibekannte Person steht unter Verdacht.
  • Polizei kann Situation schnell aufklären.

Bienenbüttel – Die Polizei erhält gestern Vormittag gegen 10.30 Uhr den Hinweis, dass aus einem Dachfenster eines Wohngebäudes in Bienenbüttel ein Schuss abgegeben worden sei. Besorgte Nachbarn haben den Notruf gewählt und das Geräusch gemeldet. Schnell rückt ein Großaufgebot an Polizeikräften und Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes aus. Sieben Rettungswagen stehen an der Straße „Rübenbaum“ direkt an der Bundesstraße 4 bereit, dazu zwei Notarzt-Wagen.

Das eigentliche Geschehen spielt sich jedoch an anderer Stelle ab. In der Straße „Weite Welt“ sind die Polizisten im Einsatz. Mehrere Streifenwagen und zwei Mannschaftswagen stehen dort. Aus einem Fahrzeug ist lautes Hundebellen zu vernehmen. „Wenn uns ein Schuss gemeldet wird, gehen wir damit natürlich sehr sensibel um“, erklärt Polizeisprecher Kai Richter im Gespräch mit der AZ. Zumal es sich bei der Person um jemanden handeln soll, der bereits in der Vergangenheit häufiger durch Aggressionen und Nachbarschaftsdelikte polizeilich aufgefallen sei und dabei auch Widerstand geleistet habe, berichtet Richter.

„Wenn uns ein Schuss gemeldet wird, gehen wir damit natürlich sehr sensibel damit um.“

Kai Richter, Polizeisprecher

Laut dem Polizeisprecher ist die Lage dann aber schnell geklärt. „Wir sind in das Wohnhaus gegangen. Die Person ist unter Kontrolle“, schildert er am Telefon um 12.25 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt gebe es keine konkreten Hinweise darauf, dass tatsächlich ein Schuss gefallen sei. „Ich gehe aktuell nicht davon aus, dass die Person eine scharfe Schusswaffe besitzt“, erklärt Kai Richter.

Vermeintlicher Schuss war nur ein Böller

Verletzt wird bei dem Vorfall niemand, sodass die Einsatzkräfte des DRK bereits nach kurzer Zeit wieder abrücken können. Auch die eingesetzten Polizeibeamten verlassen wenig später den Einsatzort, wie Kai Richter am frühen Nachmittag der AZ mitteilt. Die Gespräche mit dem Mann, der den vermeintlichen Schuss abgegeben haben soll, haben mittlerweile ergeben, dass keine Schüsse gefallen sind. Vielmehr hat der Mann einen kleinen Böller gezündet und aus dem Fenster geworfen, berichtet Richter.

Am Aldi-Markt in Bienenbüttel standen neun DRK-Einsatzwagen.

Obwohl sich der Verdacht eines Schusses letztlich nicht bestätigt, lobt Richter dennoch den Hinweis der Anwohner: „Es ist gut, dass so etwas gemeldet wird, wenn man vermeintlich einen Schuss wahrgenommen hat.“

Vor Ort führen die Beamten – es sind Polizisten aus Bienenbüttel, Bad Bevensen, Uelzen und Lüneburg anwesend – Gespräche sowohl mit dem Hinweisgeber als auch mit dem Böllerwerfer. Gegen Letzteren wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

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