Wie sich Bestattungen ändern und welche Auswirkungen die Pandemie hat

Ein Friedhof im Wandel

Gräberfeld auf dem Bienenbütteler Friedhof
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Der Friedhof in Bienenbüttel verändert sich. Bedingt durch die Corona-Pandemie hat es zudem laut Pastor Tobias Heyden einen kulturellen Wandel bei den Bestattungen gegeben.

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Früher wurde er Totensonntag genannt, dann in Ewigkeitssonntag geändert, sodass sich der Blick der Menschen nicht allein auf den Tod und das Ende des irdischen Lebens richtet, sondern auf ein Leben nach dem Tod, hin auf Christus, der nach christlicher Vorstellung den Tod überwunden hat und das ewige Leben schenkt.

Oft sind die Friedhöfe in der Woche vorher Anlaufpunkt, um die Gräber vom Laub zu befreien, sich in Gedanken den Verstorbenen zu widmen. Im Lauf der vergangenen Jahre hat sich jedoch die Bestattungskultur verändert und ist vielfältiger geworden, so auch in Bienenbüttel.

Eine letzte Ruhestätte im Wald, gepresst zu einem Diamanten oder als Urne auf dem Kaminsims? Nicht alles ist in Deutschland möglich und zugelassen aber die Vielfalt ist größer, die Individualisierung des Lebens setzt sich fort bis in den Tod.

Rundgang auf dem Bienenbütteler Friedhof. Dieser umfriedete Bereich ist erst Mitte der zwanziger Jahre eingerichtet worden, zuvor gab es in der Ortsmitte zwei Gottesäcker.

„Unser Bienenbütteler Friedhof beherbergt die üblichen Bestattungsformen: Klassische Sargbestattungen, Urnenbeisetzungen, Rasengräber und hinzukommend Baumbestattungen. Diese sind sowohl auf dem eigentlichen Friedhofsgelände möglich als auch im angrenzenden Waldabschnitt“, erklärt Pastor Tobias Heyden.

Das Friedhofswesen unterliege auch hier wie überall einem großen Wandel. Urnen- und Baumbestattungen werden in Bienenbüttel immer häufiger gewünscht. „Im Allgemeinen beobachte ich durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen schmerzhaften Einschnitte bei den Abschieden am Lebensende eine große Unsicherheit, auch einen kulturellen Wandel bei den Bestattungen“, berichtet Heyden.

Das alles spiegele sich auch auf dem Friedhof wider. Bei einzelnen Gräberfeldern gebe es Lücken, und vielen Menschen falle es auch aus unterschiedlichen Gründen immer schwerer, ihre Gräber weiter zu pflegen.

Die damit verbundene Mehrarbeit für die Friedhofsgärtner müsse sich dauerhaft auch auf die Kosten für Bestattungen niederschlagen. „Die letzte Änderung der Gebührenordnung war Jahrzehnte alt und musste gerade vor wenigen Monaten angepasst werden“, erzählt Heyden.

Auf dem Friedhof fallen ein großes Insektenhotel sowie Nistkästen auf. Manche der Wege vergrasen wieder. Bänke zum Verweilen gibt es nur wenige und manche davon sind geradezu unbenutzbar. Völlig zugewachsen sind auch die etwa sieben Kriegsgräber gefallener Soldaten. Vergessen?

„Wir befinden uns in einem Prozess, in dem wir den Wandel des Friedhofs aktiv gestalten wollen. Dazu sind wir in einem engen Austausch mit unseren Nachbargemeinden Wichmannsburg und Altenmedingen“, sagt Heyden .

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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