Wichmannsburg: Veterinäramt ermittelt, nachdem eine Dogge auf der Straße einen Terrier attackierte

„Bienchen“ stirbt nach Beiß-Attacke

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Klaus Cebulla und Cornelia Bauherr sind traurig und sauer. Eine Deutsche Dogge aus der Nachbarschaft hatte ihren sieben Jahre alten Shih-Tzu-Terrier „Bienchen“ an der Burgstraße in Wichmannsburg so stark gebissen, dass dieser eingeschläfert werden musste. 

Wichmannsburg. Eigentlich ist alles ruhig, als Klaus Cebulla mit dem kleinen Shih- Tzu-Terrier „Bienchen“ am vergangenen Sonntag Gassi geht. Es ist die übliche Runde an der Wichmannsburger Burgstraße in Richtung Bahndamm.

Doch plötzlich geht alles ganz schnell: Eine Deutsche Dogge läuft von einem Grundstück auf die Straße und beißt dem deutlich kleineren Hund in die Rippen. „Bienchen“ verliert viel Blut, wird in eine Tierklinik gebracht, wo die Ärzte feststellen, dass alle Rippen gebrochen sind. In der folgenden Nacht muss der Terrier wegen der schweren Verletzungen eingeschläfert werden.

Klaus Cebulla und Cornelia Bauherr, die sich „Bienchen“ zusammen angeschafft hatten, sind traurig, haben an der Burgstraße ein kleines Kreuz aufgestellt, daneben Blumen, eine Kerze und ein Foto ihres Hundes. Und sie sind wütend. „Da könnte ja auch mal ein Kleinkind langlaufen, beißt der Hund dann auch zu?“, schimpft Cebulla. Cornelia Bauherr fügt hinzu: „In meinen Augen ist das ein gefährlicher Hund, das geht nicht.“

Und noch etwas macht die beiden wütend: Er habe mit dem blutüberströmten Vierbeiner auf der Straße gelegen, als sich der Doggen-Besitzer über ihn gebeugt und wild beschimpft habe, erzählt Klaus Cebulla: „Was ich mit meiner ‘kleinen Töle’ dort mache, wollte er wissen. ‘Die scheißt doch hier nur alles voll’, hat er gemeint.“ Die Burgstraße ist eine öffentliche Straße.

Er habe sich entschuldigt und darauf hingewiesen, dass „alle ihre Hunde vor seinem Haus hinmachen lassen“, sagt der Halter, der die Beiß-Attacke auf AZ-Nachfrage bestätigt. Namentlich will er nicht genannt werden. Er beteuert, dass es erstmals zu einer Beiß-Attacke gekommen sei, obwohl täglich mindestens 15 Hunde vorbeilaufen würden. Zudem habe er angeboten, die Tierarztrechnung und einen neuen Hund zu bezahlen.

Cebulla und Bauherr haben sich an die Polizei gewandt. Ordnungs- und Veterinäramt sind eingeschaltet. Kai Richter, Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen bestätigt das auf AZ-Nachfrage. Die Kollegen vor Ort seien über den Fall informiert. Da es sich aber nicht um einen Hund handele, der regelmäßig bissig durch Bienenbüttel läuft, habe man keine Veranlassung zur akuten Gefahrenabwehr gesehen.

Das Veterinäramt des Landkreises Uelzen hat gehandelt. Aus dem Bericht der Tierklinik, der dem Amt vorliegt, gehe hervor, dass die Dogge dem Terrier erhebliche Bissverletzungen zugefügt hat, berichtet Kreissprecher Martin Theine. Das Veterinäramt stufe den Hund vorläufig als gefährlich ein. Verbunden ist das mit Maulkorb- und Leinenzwang. Ein entsprechendes Schreiben soll am heutigen Freitag per Post an den Hundehalter gehen. Wenn dieser dazu Stellung genommen hat, wird eine endgültige Entscheidung über die Gefährlichkeit des Hundes gefällt.

Von Florian Beye

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