Aufzug am Bienenbütteler Bahnhof steht noch still / Automat macht Ärger / Fußgängertunnel riecht nach Urin

Bewegt er sich oder nicht?

Thomas Henzel versucht Münzen einzustecken, die wieder ausgespuckt werden. Fotos: Althoff

Bienenbüttel. Kommt nun Bewegung in den Aufzug, der auf dem Bahnsteig der Ostseite des Bienenbütteler Bahnhofs steht? Fast ein halbes Jahr steht er nun schon still. Seither hat sich nichts getan (die AZ berichtete).

„Die neuen Glasscheiben sind eingebaut“, bestätigt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf AZ-Anfrage. Soweit, so gut – oder besser gesagt nicht. Denn der Aufzug ruht noch. „Die Türen schließen noch nicht. Sie müssen noch justiert werden. Und bevor jemand im Aufzug eingeschlossen wird, nehmen wir ihn erst gar nicht in Betrieb“, erklärt Meyer-Lovis das nächste Dilemma.

Die Reaktionen unter vielen 10 000 Pendlern, die täglich in Richtung Lüneburg oder Uelzen fahren, sind gemischt. Die Fahrgäste, die auf der Ostseite in den Metronom zusteigen, sind teilweise ziemlich verärgert. „Das geht gar nicht, dass ein Fahrstuhl so lange außer Betrieb ist“, lautet das Echo vieler Bienenbütteler.

Aber nicht nur das ist ein Reizthema, über das viele Fahrgäste auf den Bahnsteigen heiß diskutieren. Ganz oben auf der Mängelliste steht zum Beispiel die von vielen Bienenbüttlern zitierte „Harnröhre“ oder das „öffentliche Klo“. Gemeint ist die Unterführung beziehungsweise der Fußgängertunnel unter den Gleisen. „Es riecht unangenehm, nach Urin“, beschreibt Jochen Dohrmann. Noch drastischere Worte findet Christine Sorge: „Das ist eckelig, weil es stinkt. Da mag keiner mehr gerne durchgehen.“ Das hat auch Silke Meusel festgestellt. Zudem ist ihr aufgefallen, dass die Wände beschmiert sind. „Das ist kein schöner Anblick.“

Probleme, die auch Meyer-Lovis bekannt sind. „Das Bahnhofsmanagement wird eine extra Reinigung vornehmen“, verspricht der Bahnsprecher. Das treffe auch auf die Schmierereien zu. Meyer-Lovis hofft, dass diese durch die regelmäßige Reinigung, die das Bahnhofsmanagement vornimmt, verschwinden. Andere Maßnahmen sieht er momentan nicht. „Wir können nur an die Leute appellieren, es nicht zu tun. Außerdem sollten sich Passanten melden, wenn ihnen etwas auffällt.“

Und an Beobachtungen vieler Fahrgäste mangelt es nicht. Ein Problem stellt zum Beispiel einer der Automaten dar, der auf der Westseite unter der Unterdachung steht. „Er wechselt kein Geld und nimmt manchmal auch keine fünf-Euro- Scheine an“, beschwert sich Thomas Henzel. Er fährt dreimal die Woche mit dem Metronom nach Lüneburg und ärgert sich immer wieder darüber. Noch schlimmer findet George Renné, der auch täglich mit dem Metronom unterwegs ist, dass der Automat Euro-Scheine einfach einbehalte. Und zum Thema Automat gibt sich auch Peter Dittrich von der Wirtschafts- und Tourismus-Gemeinschaft (WTG) Bienenbüttel nicht zufrieden. Er kann es gar nicht verstehen, dass auf der Westseite zwei stehen und auf dem gegenüberliegenden Gleis keiner. Die Begründung des Eisenbahn-Unternehmens Metronom, dass er zu schmal sei, kann er nicht nachvollziehen.

„Am Bahnhof Buchholz/Nordheide steht ein Automat geschützt unter freiem Himmel. Bei uns in Bienenbüttel könnte er geschützt unter einem Glasdach stehen. Aber eventuell ist ja in Buchholz ein anderes Klima.“ Er hat den Eindruck, dass der Metronom-Sprecher Hagen Tronje Grützmacher die örtlichen Gegebenheiten in Bienenbüttel nicht kenne.

Von Volker Althoff

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