Michaela und Dirk Nitze haben ihre Nische gefunden: Sie verkaufen spezielles Wachtelfutter

Zu Besuch bei der Wachtel-Michi in Grünhagen

Michaela und Dirk Nitze stehen neben dem 20 Quadratmeter großen Gehege in ihrem Garten. Mit dem Verkauf von Wachtelfutter bedienen sie eine Nische.
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Michaela und Dirk Nitze stehen neben dem 20 Quadratmeter großen Gehege in ihrem Garten. Mit dem Verkauf von Wachtelfutter bedienen sie eine Nische.

Grünhagen – Der Spitzname „Wachtel-Michi“ stört Michaela Nitze überhaupt nicht. Ihr Mann Dirk hat ihr den Namen gegeben, weil er kaum jemanden kennt, der sich so gut mit Wachteln auskennt. Auch für ihre Stammkunden ist die 42-Jährige ganz einfach die Wachtel-Michi.

„Ich finde das einfach lustig“, sagt die Grünhagenerin.

Und letztlich ist der Name auch passend. Denn Michaela Nitze hat sich ein enormes Wissen über die kleinen Flugvögel angeeignet. Vor drei Jahren holten sich ihr Mann und ihr Sohn Wachteln in den Garten. Die Arbeit blieb letztlich an Michaela Nitze hängen. Angefangen mit fünf Tieren, hat sie mittlerweile einen Stamm von 20 Hennen und fünf Hähnen, dazu einige Küken. „Es ist mein Hobby, meine Leidenschaft“, sagt Michaela Nitze.

Verkauf von speziellem Wachtelfutter

Stolz präsentiert Michaela Nitze ihre erste selbst gezogene Wachtel. Ihr Name ist Blue.

Ganz nebenbei ist diese Leidenschaft auch zu einem Kleingewerbe geworden. Denn auf der Suche nach passendem Wachtelfutter stieß das Ehepaar auf eine Nische. Lediglich ein Verkäufer bot online spezielles Wachtelfutter an. „Mit riesigen Mindestbestellmengen und zu horrenden Preisen“, wie die Nitzes berichten. Vor allem Michaela Nitze begann, verschiedene Zusammensetzungen an Futter für die eigenen Wachteln auszuprobieren. Denn auf Mischungen, wie „Puten-Starter“, oder Hühnerfutter sollte man nicht zurückgreifen. „Dann verhungern die Wachteln nach und nach“, erklärt Dirk Nitze. Denn die kleinen Zugvögel benötigen besonders proteinreiches Futter.

Nach vielem Hin und Her beschloss das Ehepaar im November des vergangenen Jahres, einen eigenen Shop für Wachtelfutter zu starten. Das Futter wird von einem alten Müller in der Nähe von Lauenburg produziert, genau nach den Vorgaben der Nitzes. „Wir verkaufen nur das, was unsere Wachteln für gut befunden haben“, sagt Michaela Nitze lächelnd.

Obwohl sie das Futter auch über ihre Webseite anbieten, kommen die meisten Kunden persönlich nach Grünhagen. „Ich denke, sie schätzen den persönlichen Austausch“, sagt die zweifache Mutter, die den Kunden auch immer wieder allgemeine Tipps zur Wachtelhaltung mit auf den Weg geben kann.

Zunächst selbst nicht an Erfolg geglaubt

Genaue Bestimmungen dazu gibt es nicht. „Letztlich kann man mit den Tieren machen, was man will“, schimpft Dirk Nitze. Vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist ein Gehege mit einer Größe von einem Quadratmeter für 25 Wachteln. „Die brauchen aber eher zwölf Quadratmeter“, meint der gelernte Schlachter, der auch seiner Frau das artgerechte Schlachten der Wachteln beigebracht hat.

Die Nitzes haben ein 20 Quadratmeter großes Gehege im Garten. Der Verkaufsraum für ihren Laden ist dagegen nur neun Quadratmeter groß. Mehr braucht es nicht. Dass sie mit ihrer Idee so viele Menschen ansprechen würden, haben die beiden zunächst nicht für möglich gehalten. Aber: „Gefühlt halten sich seit diesem Jahr viel mehr Menschen zu Hause Wachteln“, erzählt Dirk Nitze. Seine Frau fügt hinzu: „Die sind nicht laut und stinken nicht. Die kann man auch in der Stadt halten.“

Zudem kann man die Vögel auch handzahm machen. Dafür müsse man nur besonders ruhig mit ihnen umgehen, erklärt Michaela Nitze: „Ich bin innerlich total hibbelig, aber die Wachteln sind ein guter Ausgleich.“ VON FLORIAN BEYE

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