Liebeserklärung an die Hunde: Jahrestreffen beim Verein Nothilfe Polarhunde Nord in Wulfstorf

Beste Freunde auf vier Pfoten

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Charlotte und Hündin Elva sind beste Freunde.

Wulfstorf. Großes Hundegeheul auf den Wulfstorfer Wiesen am Sonnabendmorgen um kurz vor halb elf: Skaya, Elva, Connor und eine riesige Meute nordischer Hunde – also Huskies, Malamutes und Co.

– warten schon ungeduldig auf den Start zur mehrstündigen Wanderung entlang des Elbe-Seitenkanals, die das jährliche Huskytreffen des Vereins Nothilfe Polarhunde Nord offiziell eröffnet. Aber warum müssen Herrchen und Frauchen jetzt auch noch unbedingt eine schmöken?.

Die zehnjährige Belana hat ein versteiftes Bein und wird daher im Wagen mitgenommen.

Doch auch die längste Zigarette verglüht einmal und die zu den nordischen Schlittenhunden zählenden, bis zu knapp 30 Kilo schweren Vierbeiner, die bei gutem Training in der Lage sind, das Neunfache ihres Körpergewichts zu ziehen, legen gleich mächtig los. „Huskies sind halt Zughunde“, lacht Holger Peschke, der seine zehnjährige Belana in einem Fahrradanhänger vor sich herschiebt und Schwierigkeiten hat, dem davoneilenden Hauptfeld zu folgen.

„Natürlich erntet man dumme Sprüche, wenn man einen Husky schiebt“, sagt Peschke, doch die Sonderbehandlung hat auch einen guten Grund: „Belana wurde vor acht Jahren mit einer Bleipatrone im linken Vorderlauf gefunden und nach zwei schweren Operationen ist das Bein nun völlig versteift. Die kann eben nicht mehr so schnell und lange laufen.“

Hundeliebhaber unter sich: Mit einer Wanderung am Elbe-Seitenkanal eröffneten sie ihr Treffen.

Wie die meisten Hunde beim Huskytreffen stammt auch Belana aus der Auffangstation des bereits vor 20 Jahren gegründeten, rein ehrenamtlich arbeitenden Vereins Nothilfe Polarhunde Nord, der jährlich 120 bis 130 abgegebene oder in Not geratene Tiere an neue Halter vermittelt. Dabei wird allerdings streng auf die Eignung der neuen Dosenöffner geachtet, wie Vorstandsmitglied Christian Günther erläutert: „Wir wollen, dass Hund und Mensch glücklich werden.“ Der Charakter der mit einem ausgeprägten Jagdtrieb ausgestatteten Huskies hat es in sich – die traditionelle Hundeerziehung läuft oft ins Leere, da kein Polarhund einem Befehl folgt, den er für unnötig hält. Und als Wachhund eignet er sich schon mal gar nicht: „Wenn jemand einbricht, freuen sie sich wahrscheinlich stillschweigend und legen sich wieder hin“, sagt Hundetrainerin Susanne Marks aus Rehlingen, deren dreijährige Husky-Hündin Elva aus einer geschlossenen Zuchtstation in Irland stammt. Dafür aber sind die als sehr menschenfreundlich und aufgeschlossen bekannten Polarhunde als tierisches Familienmitglied besonders beliebt und geeignet: „Elva ist auch meine beste Freundin und ich kann ihr alles erzählen“, schwärmt Susanne Marks‘ elfjährige Tochter Charlotte und schmiegt ihre Wange liebevoll an die unendlich schmusebedürftige Fellnase neben ihr.

Von Marcus Kieppe

Jahrestreffen beim Verein Nothilfe Polarhunde Nord in Wulfstorf

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