Meister Lampe mag es trocken

Bestände der Feldhasen profitieren laut Kreisjägermeister vom Wetter

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„Wir haben im Landkreis viele Getreidebestände, Brachen und Randstände. Die liebt der Feldhase“, sagt Uelzens Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge. 

Bornsen/Landkreis – Der Feldhase ist der große Profiteur des trockenen Sommers 2018. Und auch für dieses Jahr sieht es laut Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge für Meister Lampe gut aus.

Insgesamt hätten sich die Feldhasen im Landkreis Uelzen in den vergangenen Jahren gut entwickelt. In Niedersachsen insgesamt ist laut Landesjägerschaft der Bestand im vergangenen Jahr stabil geblieben.

„Wenn die Witterung so bleibt, kann es wieder ein gutes Jahr für den Hasen werden“, sagt der Bornser. Der Spätfrost habe die Junghasen aus dem ersten Wurf im Februar zwar noch einmal gefährdet, aber: „Danach war das Wetter optimal“, sagt Hellbrügge. Junghasen brauchen trockenes Wetter, da sie tagsüber allein in ihrer Sasse der Witterung ausgesetzt sind. „Die Häsin kommt nur zum Säugen der Jungtiere zwei Mal am Tag vorbei“, erklärt der Kreisjägermeister. Die Weibchen werfen drei bis vier Mal im Jahr je zwei bis drei Junge. „Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Tiere gleich nach ihrem Wurf wieder schwanger werden“, berichtet Hellbrügge.

Gefährlich für die jungen Hasen sei zurzeit das Striegeln und Hacken der Äcker in der Landwirtschaft, weil die Tiere nur schwer auf den Feldern auszumachen seien und still in ihrer Sasse hocken. Auch Beutegreifer können den Junghasen auf den Pelz rücken. Vor allem Fuchs, Marderhund, Dachse und Waschbären sowie verschiedene Greifvögel haben es laut Hellbrügge auf die Jungtiere abgesehen. Der Marderhund bereite dabei in der Region zunehmend Probleme. „Alte Hasen haben mit ihm zwar kein Problem, aber die unerfahrenen Junghasen haben eins“, sagt Hellbrügge.

Die Zahl der von Jägern erlegten Feldhasen geht laut Hellbrügge hingegen im Landkreis Uelzen über die vergangenen Jahre hinweg kontinuierlich zurück. Gezielte Jagd auf Hasen gebe es kaum noch. „Der Schwerpunkt ist die Jagd auf Schwarzwild“, erklärt er.

Die Feldhasenbestände entwickeln sich im Landkreis Uelzen auch so gut, weil es laut Hellbrügge ein breites Nahrungsangebot gibt. „Wir haben im Landkreis viele Getreidebestände, Brachen und Randstände. Die liebt der Feldhase“, sagt er. Von Vorteil für Meister Lampe sei zudem, dass es im Landkreis Uelzen im niedersachsenweiten Vergleich sehr viele Blühstreifen gibt. Daher gebe es ein gutes Nahrungsangebot für die Tiere. Auch die kleineren Waldstücke in der Feldmark seien von Vorteil, weil erwachsene Feldhasen dort tagsüber Schutz finden, bevor sie sich nachts zur Nahrungssuche auf die Felder begeben.

VON LARS LOHMANN

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