Sechsjähriger besucht aufgrund seiner Krankheit die Grundschule Bienenbüttel / Inklusion wird groß geschrieben

Bennet fühlt sich pudelwohl

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Der sechsjährige Bennet fühlt sich in seiner Klasse wohl. Er wird betreut von seiner Klassenlehrerin Andrea Plöhn, Begleiterin Petra Steep und seiner Mutter Christine Buchholz (von links).

Bienenbüttel. Bennet will sich nicht mehr von Petra Steep trennen. „Sie ist ganz nett. Wenn ich in eine andere Klasse komme, dann soll sie immer dabei sein“, sagt der sechsjährige Schüler. Er geht in die Grundschule Bienenbüttel und braucht die Schulbetreuerin Steep.

Denn er leidet an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Bennet hat das große Glück, dass an seiner Schule Inklusion seit zehn Jahren gelebt wird und selbstverständlich ist. „Alle Kinder der Gemeinde sind willkommen, sie werden nicht ausgegrenzt“, sagt Schulleiterin Gudrun Boldhaus. Dieser Grundsatz gilt neben zahlreichen Förderschülern auch für Bennet.

Der Sechsjährige, der mit seinen Eltern in Bienenbüttel wohnt, geht mit seiner Krankheit ganz gelassen um. „Ich spiele gerne Ninja“, erzählt er. Lesen, Schreiben und Rechnen mache ihm Spaß. Freunde hat er viele, sagt er. Seine Mutter Christine Buchholz ist froh, dass ihr Sohn an der Grundschule gut untergebracht ist. Probleme, dort einen Platz zu finden, habe es nicht gegeben, erklärt sie. „Wir haben uns vorher mit der Schulleiterin, Gudrun Boldhaus unterhalten und sie auf die Problematik hingewiesen.“ Im Gespräch haben sie zum Beispiel bauliche Maßnahmen thematisiert. „Zum Beispiel muss im Bad ein Durchlauferhitzer sein, damit das Wasser warm ist.“ So werden Keime oder Bakterien abgetötet, erklärt Buchholz.

Auch mit der Schulbegleiterin Petra Steep habe sie sich im Vorfeld über Maßnahmen unterhalten. „Im Wesentlichen ist alles Hand in Hand gelaufen. Wenn man sich als Elternteil gut aufgehoben fühlt, ist man positiv gestimmt“, sagt Buchholz. Einen wesentlichen Anteil daran trägt Petra Steep. Sie sorgt dafür, dass hygienische Maßnahmen eingehalten werden. „Ich desinfiziere zum Beispiel die Toilette sowie den Arbeitsbereich von Bennet“, beschreibt Steep. So komme der Junge nicht in Berührung mit gefährlichen Bakterien oder Keimen, die eine Lungenentzündung verursachen könnten.

Steep arbeitet für das Haus der Lebenshilfe in Uelzen. Sie kümmert sich an der Grundschule aber nicht nur um Bennet. Auch seine Mitschüler hat sie im Blick. „Ich finde es ganz wichtig, dass Bennet mit allen anderen Kindern zusammen sein kann“, sagt Steep.

Die Betreuerin ist eine große Hilfe, vor allem für Klassenlehrerin Andrea Plöhn. „Hätte ich Petra Steep nicht, dann müsste ich mich um Bennet kümmern. Dann müsste ich die anderen 19 Schüler allein lassen, was nicht geht.“ Unterrichtsbegleitung sei sehr wichtig, meint Plöhn.

Für Christine Buchholz bedeutet Inklusion: „Dass jedes Kind, egal, was es für eine Behinderung hat, gleich an der Schule behandelt werden kann.“ Bennet fühlt sich von Petra Steep so gut behandelt, dass er sie am liebsten heiraten würde, sagt er.

Von Volker Althoff

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