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Belebungsbecken in der Kläranlage Hohenbostel gehen erstmals in Betrieb

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Von: Jannis Wiepcke

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Die neuen Belebungsbecken der kläranlage in Hohenbostel
Die neuen Belebungsbecken in Hohenbostel werden mit Druckluft belüftet. © Privat

 Für die Gemeinde Bienenbüttel ist es ein Meilenstein bei der Sanierung der Kläranlage in Hohenbostel: Am vergangenen Wochenende konnten die Belebungsbecken und die Rechenanlage erstmals in Betrieb gehen. 

Hohenbostel - Bei der Sanierung der Kläranlage für die Einheitsgemeinde Bienenbüttel ist ein entscheidender Schritt abgeschlossen worden: In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag, 16. Oktober, fanden in Hohenbostel die sogenannten Umschluss-Arbeiten für den Probebetrieb statt. Dabei wurden die Zulaufleitungen, der neue Rechen sowie die neuen Belebungsbecken erstmals in Betrieb genommen.

Ziel der Gemeinde ist es, mit der sanierten Anlage circa 60 Prozent Energie einzusparen. „Dieser Effekt tritt durch den Austausch energieintensiver Teile jetzt schon anteilig ein. Das spart viel Geld in den Taschen unserer Bürgerinnen und Bürger, die aktuell anderweitig bereits viele Preissteigerungen stemmen müssen“, erklärt Bienenbütteler Bürgermeister Dr. Merlin Franke.

Die neuen Belebungsbecken werden im Gegensatz zu den alten Anlagen, wo Walzen und Schrauben zum Einsatz gekommen waren, mit Druckluft belüftet. Das soll eine Ersparnis von gut 180 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ausmachen.

Eigentlich sollten die Sanierungsarbeiten an der Kläranlage in Hohenbostel schon weiter fortgeschritten sein – sie liegen rund drei Monate hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Grund dafür waren nach Angaben der Gemeinde Lieferengpässe. Die notwendigen Bauteile für die elektrische Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, die bereits im August 2021 bestellt worden waren, konnten vom beauftragen Hersteller Siemens erst in diesem September geliefert werden.

„Wir haben großes Glück, dass die Entscheidung für dieses Projekt vor dem Angriffskrieg in der Ukraine und der daraus folgenden Energiekrise getroffen wurde. Hätten wir jetzt erst mit der Sanierung begonnen, wären die Baukosten vermutlich durch die Decke gegangen“, ahnt Franke. Auch würden sich die Energiekosten zur Reinigung des Abwassers im nächsten Jahr nach derzeitigem Stand vermutlich fast verdreifachen, wenn die Gemeinde nicht mit der Sanierung der Kläranlage begonnen hätte. Immerhin würden dafür bisher jährlich etwa 500 000 Kilowattstunden Strom benötigt.

Im nächsten Bauabschnitt sollen nun die alten Becken abgerissen werden. Anfang nächsten Jahres soll die Bepflanzung der Becken mit Schilf beginnen – hier kommt es vor allem auf die naturgegebenen Umstände an, wie schnell alles zusammenwächst. Trotz der Verzögerung geht die Gemeinde derzeit davon aus, dass die Sanierung im Mai des kommenden Jahres fertiggestellt sein wird (Stand Juli). wpk

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