Handballer in der Diaspora

Beim TSV Bienenbüttel werden händeringend Hallenzeiten gesucht

Ihre Erfolge können die Handballer des TSV Bienenbüttel die nächsten Jahre nicht mit ihrem Fans in der Ilmenauhalle feiern. Für die Punktspiele weichen sie jetzt nach Neetze aus.
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Ihre Erfolge können die Handballer des TSV Bienenbüttel die nächsten Jahre nicht mit ihrem Fans in der Ilmenauhalle feiern. Für die Punktspiele weichen sie jetzt nach Neetze aus. 

Bienenbüttel – In den vergangenen Monate bestimmte vor allem ein Thema die Handballer des TSV Bienenbüttel: Die ständige Suche nach Spielstätten, nachdem die Ilmenauhalle aufgrund von Schäden nicht mehr zur Verfügung steht und im September das endgültige Aus beschlossen wurde.

„Die Suche nach Hallenzeiten zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Monate“, sagt Spartenleiter Axel Möller auf Nachfrage der AZ.

So sind die Damen- und die Herrenmannschaft in der Halle der Bundespolizei auf dem Hainberg unterkommen. Bei den C-Junioren hingegen ist Möller schon wieder auf der Suche. „Zurzeit spielen sie auf der Zeit einer Fußballmannschaft, sobald die in die Halle gehen, müssen wir wieder eine Alternative haben.“ Die Schwierigkeit: Vor allem die Hallenzeiten zwischen 16 und 19 Uhr, die für die Jugendmannschaften wichtig sind, sind fast vollkommen ausgebucht. „Das ist nicht nur im Landkreis Uelzen so, sondern auch im Lüneburger Raum“, berichtet Möller. Die E-Junioren und die Minis trainieren in der Schulturnhalle. Ein extra beschafftes Behelfstor ermöglicht, dass sie zumindest auf ein Tor schmeißen können.

Aufgrund der Schwierigkeiten haben laut Möller schon erste Jugendliche Mannschaften verlassen. „Einige sind Richtung Lüneburg weggegangen, weil die Fahrerei zu viel wurde.“ Vor allem für die Jugendmannschaft sei die Belastung größer, weil der Transport organisiert werden muss. „Der Vereinsbus ist da leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Möller. Er befürchte, dass sich die Situation bis zum Hallenneubau in drei oder vier Jahren weiter verschlechtere. „Sechs Monate oder ein Jahr kann man noch überbrücken. Vier Jahre werden Spuren hinterlassen“, sagt Möller. So leben viele Teammitglieder der Herren- und Damenmannschaft inzwischen in Lüneburg und für die sei die Fahrt zum Training auf dem Hainberg eine Belastung.

Für die Heimspiele gibt es inzwischen auch eine Lösung: Ein Großteil der Heimspiele der Mannschaften wird in Neetze im Landkreis Lüneburg stattfinden. Da man die Hoffnung hatte, dass die Ilmenauhalle ab Oktober wieder einsatzbereit ist, habe man vorher immer das Heimrecht getauscht. Jetzt habe man mehrere Heimspiele hintereinander. Diese würden sich wahrscheinlich eher wie ein Auswärtsspiel anfühlen. Ob die Zuschauerzahlen von 80 bis 100 Personen auch in Neetze erreicht werde, sei fraglich. „Wir hoffen, dass die Fans uns unterstützen“, sagt Möller. Die nächsten Jahre seien schwierig für alle.

VON LARS LOHMANN

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