Verbraucherzentrale Lüneburg gibt Tipps zur Anmeldung und erklärt Rechte und Pflichten

„Bei Fitnessstudios gilt: Vertrag ist Vertrag“

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Besonders nach dem Jahreswechsel melden sich viele Leute im Fitnessstudio an. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, was zu beachten ist.

Lüneburg – Regelmäßig im Januar boomen wieder die Neuanmeldungen für die Fitnessstudios. Ein Vertrag ist schnell unterschrieben, der Ausstieg dagegen umso schwieriger.

Viele Studiobetreiber versuchen, Hobby-Sportler mit langen Mindestlaufzeiten, automatischen Verlängerungen von Laufzeiten oder ungünstigen Kündigungsfristen dauerhaft an sich zu binden. Die Verbraucherzentrale Lüneburg gibt Tipps, was zu beachten ist.

Studios lockten häufig mit attraktiven Preisen, wenn die Fitness-Fans langfristige Verträge abschließen. Doch was, wenn die Öffnungszeiten gekürzt werden, ein Umzug ansteht oder sich das Leistungsangebot massiv ändert? „Wer vorzeitig aussteigen will, muss dabei einige Hürden überwinden“, sagt Sabine Oppen-Schröder, Beraterin der Verbraucherzentrale Lüneburg.

Hobby-Sportler sollten deshalb nicht überstürzt einen Vertrag unterschreiben und sich die Vereinbarungen und das Kleingedruckte am besten in Ruhe zuhause durchlesen. „Wer vor Ort gleich unterschreibt, kann die Vereinbarung nicht widerrufen. Bei Verträgen mit Fitnessstudios gilt: Vertrag ist Vertrag“, warnt die Verbraucherberaterin.

Die meisten Verträge haben eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Wird der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert er sich oft automatisch – maximal ein Jahr ist erlaubt. Fitness-Fans sollten deshalb rechtzeitig kündigen – die allgemeine Kündigungsfrist darf höchstens drei Monate zum Vertragsende betragen. Grundsätzlich gilt: Eine Kündigung vor Ablauf der Grundlaufzeit ist nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich.

„Wer ernsthaft krank wird und ein ärztliches Attest vorweist, kann außerordentlich kündigen. Auch grundlegende Änderungen im Angebot sind ein Kündigungsgrund“, erklärt Oppen-Schröder. Schwieriger wird es bei einem Wohnortwechsel. Der Bundesgerichtshof hat im Jahr 2016 entschieden, dass dies grundsätzlich kein wichtiger Grund ist für eine außerordentliche Kündigung. Hier können Hobby-Sportler nur auf die Kulanz des Fitnessstudio-Betreibers setzen.

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